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Gesellschaftsrecht //

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

Wer eine Unternehmergesellschaft (UG) gründet (vgl. § 5a GmbHG) oder berät, bewegt sich in einem Regelungsrahmen, der auf den ersten Blick überschaubar wirkt und doch erhebliche Haftungsrisiken birgt. Als deutsche Antwort auf die britische Limited im Jahr 2008 eingeführt, hat sich die UG längst von einem Einstiegsmodell für Existenzgründer zu einer dauerhaft etablierten Rechtsformvariante entwickelt.

Schnell gelesen //

Möglichkeiten und Grenzen der Gewährung von Arbeitsentgelt in Kryptowerten

Neben oder anstelle eines Arbeitsentgelts in „klassischer Währung“ wird zunehmend Arbeitsentgelt in Kryptowerten gewährt. Gerade jüngere Arbeitnehmer haben ein steigendes Interesse an einer solchen Vergütung. Unternehmen greifen das auf oder nutzen dies von sich aus als Anreiz. Das Bundesarbeitsgericht (BAG, Urteil v. 16.4.2025 - 10 AZR 80/24, NWB NAAAJ-98925) hat sich vor kürzerer Zeit grundlegend mit Fragestellungen zur Entlohnung in Kryptowerten (auch Kryptowährung) auseinandergesetzt.

Verfahrensrecht //

Änderung des AEAO zu digitalen Steuerbescheiden durch BMF-Schreiben v. 27.2.2026

Entstehung eines Formerfordernisses für den Opt-Out-Antrag?

Durch das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz v. 23.10.2024 hat die elektronische Bekanntgabe von Verwaltungsakten durch Datenabruf (§ 122a AO) mit Wirkung zum 1.1.2026 eine grundlegende Änderung erfahren. Die bisherige Ausgestaltung als Zustimmungsmodell wurde durch ein Widerspruchsmodell ersetzt. Ist eine postalische Bekanntgabe erwünscht, ist daher nunmehr ein Antrag erforderlich. Für die Ausübung dieses Antrags vertrat die Finanzverwaltung bislang im AEAO zu § 122a, Nr. 5 Satz 2 (BMF, Schreiben v. 29.1.2026, BStBl 2026 I S. 266) die Auffassung, dass hierfür kein Formerfordernis besteht. Diese Aussage wurde nun durch das BMF-Schreiben v. 27.2.2026 ( KAAAK-11182) gestrichen. Die Streichung wirft die Frage auf, ob damit – zumindest konkludent – ein Formerfordernis eingeführt werden sollte oder ob es sich lediglich um eine redaktionelle Bereinigung handelt.

Investmentsteuerrecht //

Übergangsregelung des § 56 InvStG – Verluste aus vor 2018 erworbenen Investmentanteilen sind voll abziehbar

In den drei BFH-Urteilen v. 25.11.2025 - VIII R 15/22 ( LAAAK-09116), VIII R 22/23 ( VAAAK-09117) und VIII R 31/23 ( NAAAK-09111) war die Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen im Anwendungsbereich von § 56 InvStG – der Übergangsregelung vom alten, semitransparenten Besteuerungsregime zum neuen, intransparenten Besteuerungsregime – bei der Besteuerung der Veräußerung von Investmentfondsanteilen strittig. Ebenso wurde die Vereinbarkeit der Vorschrift mit dem Grundgesetz angezweifelt.

Körperschaftsteuer //

Die „Teilwertfalle“ des § 8b KStG bei Geschäftsanteilen im Streubesitz

Die „Teilwertfalle“ ist ein bekanntes steuerliches Phänomen, welches in der Praxis im besonderem Maße Geschäftsanteile im Anlagevermögen von Körperschaften, die dem Regime des § 8b Abs. 1 bis 6 KStG unterliegen, betrifft. Ein aktuelles Verfahren vor dem FG München und die nun beim BFH anhängige Revision (I R 24/25) könnten für einen frischen Wind in diesem Themenkomplex sorgen.

Umsatzsteuer //

Nachweise und Sonderfälle der Ausfuhrlieferung ? wenn Zoll- und Umsatzsteuerrecht abweichen

Steuerfreie Ausfuhrlieferungen gehören zu den Bereichen des Umsatzsteuerrechts, die eine enge Verzahnung mit dem Zollrecht aufweisen. Insbesondere für den erforderlichen Belegnachweis zur Ausfuhrlieferung erfolgt dabei über §§ 9 und 10 UStDV vorrangig ein Rückgriff auf die Nachweise zur zollrechtlichen Ausfuhr. Hierbei existieren einige Konstellationen, bei denen in der Praxis nicht immer bekannt ist, wie und durch wen diese Nachweise zu erbringen sind und wann ein alternativer Nachweis zulässig ist. So muss sich etwa ein umsatzsteuerlicher Lieferer mit dem zollrechtlichen Ausführer ggf. abstimmen, da beide nicht zwingend identisch sind. Die gleichen Unsicherheiten können bei der Frage auftreten, welche zeitlichen Vorgaben für eine Ausfuhrlieferung bestehen.

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Einkommensteuer //

Einkünfteerzielungsabsicht bei Vermietung eines Privatjets mittels Vercharterers trotz siebenjähriger Verlustperiode (FG)

Das FG Düsseldorf hat sich mit der Frage befasst, ob in den Streitjahren 2012 bis 2014 ein Flugzeug mit Einkunftserzielungsabsicht vermietet wurde und dementsprechend die entstandenen Verluste steuerlich zu berücksichtigen waren. Im Streitfall hat es die Einkunftserzielungsabsicht bejaht (FG Düsseldorf, Urteil v. 21.1.2026 - 9 K 1503/24 E,F; rechtskräftig).

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Einkommensteuer //

Aufhebung der Auflage zur Meldung freigestellter Kapitalerträge (BZSt)

Die in den Freistellungsbescheinigungen gem. § 50c Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG enthaltene Auflage, wonach Gläubiger von Kapitalerträgen dem BZSt jährlich bis zum 31.5. des auf den Zufluss folgenden Kalenderjahres eine Meldung über jährlich zugeflossene Kapitalerträge vorzulegen haben (MURI-Meldung), wird per Allgemeinverfügung aufgehoben. Die Meldung muss künftig nicht mehr erfolgen. Dies gilt nicht für Kapitalerträge aus sammel- oder sonderverwahrten Aktien. Hierüber informiert das BZSt.

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Corona //

Abschluss der Neustarthilfe für Soloselbstständige (BMWE)

Als erstes großes Programm der Corona-Wirtschaftshilfen der Bundesregierung ist das Hilfsprogramm für Soloselbstständige, die Neustarthilfe, abgeschlossen. Die Bewilligungsstellen der Bundesländer haben die Bearbeitung der Endabrechnung, die jeder Antragsteller nach Erhalt der Hilfen einreichen musste, zu über 99 % abgeschlossen. Damit besteht Rechtssicherheit in diesem Programm für praktisch alle Antragsteller. Hierauf macht das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) aufmerksam.

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