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Wirtschaftsrecht

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Insolvenzgeldumlage: Keine Änderung im Jahr 2026

Arbeitgeber mit Beschäftigten im Inland müssen eine Insolvenzgeldumlage (U3) bezahlen, um Arbeitnehmer zu schützen. Damit soll sichergestellt werden, dass im Falle einer Pleite die Löhne und Gehälter der Beschäftigten für die letzten drei Monate bezahlt werden können (Insolvenzgeld). Die Umlagepflicht gilt für Betriebe aller Größen und Branchen; eine Bagatellgrenze gibt es nicht. Die Insolvenzgeldumlage bleibt im Jahr 2026 unverändert bei 0,15 %. Bemessungsgrundlage ist das rentenversicherungspflichtige Arbeitsentgelt aller Beschäftigten, einschließlich Einmalzahlungen.

Fokus //

Fokus: Schwarzarbeit – Betriebsprüfung in Privathaushalten

Die Parteien streiten sich über die Auslegung des § 28p Abs. 10 SGB IV, der eine Prüfung von Arbeitgebern wegen der Beschäftigung in privaten Haushalten von der Betriebsprüfung ausschließt. Streitgegenstand war, ob ein Nachforderungsbescheid über Sozialversicherungsbeiträge für eine Pflegekraft im privaten Haushalt rechtmäßig war (LSG Bayern, Urteil v. 26.1.2026 - L 7 BA 71/24).

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EU-Austausch: Erasmus ab 2027 in Großbritannien wieder möglich

Großbritannien wird ab dem Jahr 2027 wieder an Erasmus, dem EU-Austauschprogramm für Studierende, teilnehmen. Britische Studierende können dann wieder in der EU studieren, Studierende aus der EU wieder in Großbritannien. Nach dem Brexit war Großbritannien 2020 aus dem Programm ausgestiegen; im Zuge der Annäherung an die EU wird das Programm wieder ins Leben gerufen. Unternehmer können so stärker von Absolventen mit spezifischer Auslandserfahrung und Sprachkenntnissen profitieren. Ausführliche Informationen erhalten Sie unter https://go.nwb.de/as5i2.

Rechtspraxis //

BGH zur Auslegung einer Fortführungsklausel im Gesellschaftsvertrag einer GbR

Kündigung durch vorletzten Gesellschafter

Fortführungsklauseln sind gesellschaftsvertragliche Vereinbarungen, um eine Fortführung der Gesellschaft trotz gesetzlicher Beendigungsgründe sicherzustellen. Vor dem 1.1.2024, d. h. vor Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts (MoPeG), hatten diese Klauseln eine besondere Relevanz für die GbR. § 736 Abs. 1 BGB a. F. sah dispositiv vor, dass bei Kündigung eines Gesellschafters, dessen Tod oder wenn das Insolvenzverfahren über sein Vermögen eröffnet wird, die Gesellschaft zwangsläufig aufgelöst ist. Diese Rechtsfolge war für die meisten Gesellschaften unpraktikabel und nicht gewollt, denn die GbR sollte natürlich fortgeführt werden. Abhilfe konnte eine Fortführungsklausel bieten. Die Fortführungsklausel bewirkt, dass der betroffene Gesellschafter bloß ausscheidet. Die Gesellschaft selbst wird unter den übrigen Gesellschaftern fortgeführt. Der BGH musste sich im Urteil v. 29.10.2024 - II ZR 222/21, WAAAJ-82274, mit der Auslegung einer Fortführungsklausel auseinandersetzen.

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Gesetzgebung //

Gesetzentwurf zu Anpassungen im Anwaltsnotariat veröffentlicht (BMJV)

Das Anwaltsnotariat soll für Bewerber attraktiver werden. Der Zugang zum Anwaltsnotariat soll dazu vereinfacht und familienfreundlicher gestaltet werden. Zudem soll es unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein, das Amt auch über die bisherige Altersgrenze von 70 Jahren hinaus auszuüben. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) am 16.2.2026 veröffentlicht hat.

Nachhaltigkeit //

Nachhaltigkeitsberichterstattung: CSRD reloaded

Trilog-Kompromiss zu Schwellenwerten und Vereinfachung der ESRS

Mit dem Abschluss der Trilog-Verhandlungen zum Omnibus-I-Paket der EU-Kommission zur Vereinfachung u. a. der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) liegt nun der finale Kompromiss zur Nachhaltigkeitsberichterstattung auf EU-Ebene vor. Der Beitrag analysiert die wesentlichen Ergebnisse des Trilogs, insbesondere die neu gefassten Schwellenwerte zur Bestimmung des Anwendungsbereichs, sowie die fast zeitgleich von EFRAG veröffentlichten, final überarbeiteten European Sustainability Reporting Standards (ESRS).

Sozialversicherungsrecht //

Die selbstständige Tätigkeit in der Steuerberatung

Wie viele unternehmerische Bereiche ist auch die Steuerberatung vom Fachkräftemangel betroffen. Vor allem für begrenzte Spitzenzeiten wird daher zur Entlastung der bestehenden Belegschaft auf Selbstständige zurückgegriffen. Auch der Umstand, dass immer mehr ältere Kanzleiinhaber die eigene Kanzlei verkaufen, lässt je nach Rechtsform die Möglichkeit der entsprechenden freiberuflichen Tätigkeit als Gesellschafter ohne Geschäftsführerfunktion zu. Mit verschiedenen Konstellationen der Mitarbeit in einer Steuerkanzlei unter sozialversicherungsrechtlicher Fragestellung haben sich aktuell Landessozialgerichte und das Bundessozialgericht befasst.

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Arbeitsrecht //

Arbeitgeber trägt Gehaltsrisiko bei unwirksamer Kündigung (BRAK)

Arbeitgeber können nicht im Voraus die Gehaltsansprüche ihrer Angestellten für die Zeit bis zur Klärung der Wirksamkeit einer arbeitgeberseitigen Kündigung vertraglich ausschließen. Eine solche Regelung wäre nach § 134 BGB unwirksam. Das hat der 5. BAG-Senat nun in Übereinstimmung mit dem 2. Senat entschieden und ist damit von seiner bisherigen Rechtsprechung abgewichen (BAG, Beschluss v. 28.1.2026 - 5 AS 4/25). Hierüber informiert die BRAK.

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