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Wirtschaftsrecht

Das neue Altersvorsorgedepot //

Fondsbranche ist begeistert

Auf wichtigen Branchenevents ist zu spüren, dass die Fondsbranche große Hoffnungen auf das vom Gesetzgeber geplante Altersvorsorgedepot (AVD) setzt. Der Entwurf zum Altersvorsorgereformgesetz vom 15.12.2025 umreißt das AVD schon ziemlich konkret. Zum ersten Mal wird es damit der Fondsbranche ermöglicht, ein gefördertes Altersvorsorge-Produkt der 3. Säule anzubieten, bei dem sie ihre Stärken – eine langfristig hohe Performance – voll ausspielen kann. Mit den bisherigen Riester-Verträgen war ihr dies nicht möglich, denn die erforderliche Beitragsgarantie und der Verrentungszwang standen einer hohen Performance im Weg. Der Plan ist, Altersvorsorgedepots zum 1.1.2027 einzuführen.

Schriftliche Steuerberaterprüfung 2026 //

Umsatzsteuer - Vermeidung häufiger Fehler und Auswertung der Prüfungsschwerpunkte

Am ersten Prüfungstag erwartet Sie i. R. der „gemischten“ Klausur auch eine Teilaufgabe zur Umsatzsteuer. Im Folgenden sensibilisieren wir Sie für typische Fehler und unnötige Um- und Irrwege in Umsatzsteuerklausuren. Zudem müssen Sie sich thematisch auf die Prüfungsklassiker konzentrieren. Verschaffen Sie sich hierzu einen schnellen Überblick mithilfe der aktuellen Themenauswertung.

Geldwäscheprävention //

GwG-Compliance: Regelung elektronischer Meldungen zur FIU durch die neue GwG-Meldeverordnung

Am 1.3.2026 tritt die Verordnung über die Form von und die erforderlichen Angaben in Meldungen an die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen nach § 43 Absatz 1 und § 44 des Geldwäschegesetzes (GwG-Meldeverordnung – GwGMeldV) in Kraft. Sie regelt die Form und den Inhalt der Meldungen an die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (Financial Intelligence Unit – FIU). Mit dieser Standardisierung sollen insbesondere die Angaben bei den Meldungen vereinheitlicht und damit insgesamt deren Qualität verbessert werden.

Beruf //

Haftung des Steuerberaters im Zusammenhang mit der Beantragung von Coronahilfen

Das OLG Bamberg (Hinweisbeschluss v. 19.12.2024 - 3 U 85/24 e) hat Anhaltspunkte gegeben, wie sich Umfang und Grenzen eines Auftrags bestimmen lassen, der einen Steuerberater zur Auskunft über und zur Beantragung von Coronahilfen verpflichtete. Der Beschluss gibt zudem weitere Hinweise im Zusammenhang mit einem Beratungsmandat außerhalb eines steuerlichen Dauermandats und auf einem nicht steuerlichen Beratungsfeld, wie z. B. dem staatlicher Fördermaßnahmen.

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Insolvenzgeldumlage: Keine Änderung im Jahr 2026

Arbeitgeber mit Beschäftigten im Inland müssen eine Insolvenzgeldumlage (U3) bezahlen, um Arbeitnehmer zu schützen. Damit soll sichergestellt werden, dass im Falle einer Pleite die Löhne und Gehälter der Beschäftigten für die letzten drei Monate bezahlt werden können (Insolvenzgeld). Die Umlagepflicht gilt für Betriebe aller Größen und Branchen; eine Bagatellgrenze gibt es nicht. Die Insolvenzgeldumlage bleibt im Jahr 2026 unverändert bei 0,15 %. Bemessungsgrundlage ist das rentenversicherungspflichtige Arbeitsentgelt aller Beschäftigten, einschließlich Einmalzahlungen.

Fokus //

Fokus: Schwarzarbeit – Betriebsprüfung in Privathaushalten

Die Parteien streiten sich über die Auslegung des § 28p Abs. 10 SGB IV, der eine Prüfung von Arbeitgebern wegen der Beschäftigung in privaten Haushalten von der Betriebsprüfung ausschließt. Streitgegenstand war, ob ein Nachforderungsbescheid über Sozialversicherungsbeiträge für eine Pflegekraft im privaten Haushalt rechtmäßig war (LSG Bayern, Urteil v. 26.1.2026 - L 7 BA 71/24).

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EU-Austausch: Erasmus ab 2027 in Großbritannien wieder möglich

Großbritannien wird ab dem Jahr 2027 wieder an Erasmus, dem EU-Austauschprogramm für Studierende, teilnehmen. Britische Studierende können dann wieder in der EU studieren, Studierende aus der EU wieder in Großbritannien. Nach dem Brexit war Großbritannien 2020 aus dem Programm ausgestiegen; im Zuge der Annäherung an die EU wird das Programm wieder ins Leben gerufen. Unternehmer können so stärker von Absolventen mit spezifischer Auslandserfahrung und Sprachkenntnissen profitieren. Ausführliche Informationen erhalten Sie unter https://go.nwb.de/as5i2.

Rechtspraxis //

BGH zur Auslegung einer Fortführungsklausel im Gesellschaftsvertrag einer GbR

Kündigung durch vorletzten Gesellschafter

Fortführungsklauseln sind gesellschaftsvertragliche Vereinbarungen, um eine Fortführung der Gesellschaft trotz gesetzlicher Beendigungsgründe sicherzustellen. Vor dem 1.1.2024, d. h. vor Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts (MoPeG), hatten diese Klauseln eine besondere Relevanz für die GbR. § 736 Abs. 1 BGB a. F. sah dispositiv vor, dass bei Kündigung eines Gesellschafters, dessen Tod oder wenn das Insolvenzverfahren über sein Vermögen eröffnet wird, die Gesellschaft zwangsläufig aufgelöst ist. Diese Rechtsfolge war für die meisten Gesellschaften unpraktikabel und nicht gewollt, denn die GbR sollte natürlich fortgeführt werden. Abhilfe konnte eine Fortführungsklausel bieten. Die Fortführungsklausel bewirkt, dass der betroffene Gesellschafter bloß ausscheidet. Die Gesellschaft selbst wird unter den übrigen Gesellschaftern fortgeführt. Der BGH musste sich im Urteil v. 29.10.2024 - II ZR 222/21, WAAAJ-82274, mit der Auslegung einer Fortführungsklausel auseinandersetzen.

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Gesetzgebung //

Gesetzentwurf zu Anpassungen im Anwaltsnotariat veröffentlicht (BMJV)

Das Anwaltsnotariat soll für Bewerber attraktiver werden. Der Zugang zum Anwaltsnotariat soll dazu vereinfacht und familienfreundlicher gestaltet werden. Zudem soll es unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein, das Amt auch über die bisherige Altersgrenze von 70 Jahren hinaus auszuüben. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) am 16.2.2026 veröffentlicht hat.

Nachhaltigkeit //

Nachhaltigkeitsberichterstattung: CSRD reloaded

Trilog-Kompromiss zu Schwellenwerten und Vereinfachung der ESRS

Mit dem Abschluss der Trilog-Verhandlungen zum Omnibus-I-Paket der EU-Kommission zur Vereinfachung u. a. der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) liegt nun der finale Kompromiss zur Nachhaltigkeitsberichterstattung auf EU-Ebene vor. Der Beitrag analysiert die wesentlichen Ergebnisse des Trilogs, insbesondere die neu gefassten Schwellenwerte zur Bestimmung des Anwendungsbereichs, sowie die fast zeitgleich von EFRAG veröffentlichten, final überarbeiteten European Sustainability Reporting Standards (ESRS).

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