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infoCenter (Stand: März 2021)

Firmenwagen

Bernd Langenkämper
Corona-Krise – Kann die Firmenwagenversteuerung ausgesetzt werden?

Bei der pauschalen Nutzungswertmethode sind stets die vollen Monatsbeträge anzusetzen ohne Rücksicht darauf, wie oft der Mitarbeiter den Firmenwagen im Monat nutzt. Eine Versteuerung kann ausnahmsweise unterbleiben, wenn das Fahrzeug dem Mitarbeiter nachweislich (z.B. Krankheit) nicht zur Verfügung steht. Allein wegen einer Arbeitsleistung des Mitarbeiters im Homeoffice kann nicht auf ein „Nicht-zur-Verfügung-stehen“ geschlossen werden.

Begünstigung von Elektro- und extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen bei der Dienstwagenbesteuerung

Mit der Verabschiedung des UStAVermG ist der Nutzungswert für nach dem angeschaffte Elektro- und extern aufladbare Hybridfahrzeuge nur mit mtl. 0,5 % des Listenpreises anzusetzen. Diese Regelung gilt für den Zeitraum bis zum .

Mit dem Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität („Jahressteuergesetz 2019“) wurde die steuerliche Begünstigung nunmehr auch für Fahrzeuganschaffungen nach dem gewährt. Das steht allerdings unter der Voraussetzung, dass das Fahrzeug unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine eine Fahrleistung von mindestens 60 Kilometern erreicht, wenn es nach dem und vor dem angeschafft wird. Bei einer Anschaffung nach dem und vor dem muss die Mindestreichweite unter ausschließlicher Nutzung des elektrischen Antriebs 80 Kilometer ausmachen. Diese Mindestreichweite ist unbeachtlich, wenn die Kohlendioxidemission je gefahrenen Kilometer 50 Gramm nicht überschreitet. Darüber hinaus ist bei Anschaffung nach dem und vor dem ein Ansatz der Aufwendungen nur mit einem Viertel anzusetzen, wenn das Fahrzeug keine Kohlendioxidemission hat und sein Bruttolistenpreis nicht mehr als 60.000 € beträgt.

BMF-Schreiben zur Steuerfreiheit für das Aufladen von E-Autos

Zur Vereinfachung des Auslagenersatzes für das Aufladen von Firmenwagen können für den Zeitraum 2017 bis einschließlich 2020 monatliche Pauschalen zugrunde gelegt werden. Demnach können 20 € für Elektrofahrzeuge mit zusätzlicher Lademöglichkeit beim Arbeitgeber oder 50 € für Elektrofahrzeuge ohne Lademöglichkeit beim Arbeitgeber geltend gemacht werden. Bei Hybridfahrzeugen halbieren sich die genannten Pauschalen auf 10 € bzw. 25 €.

Vom bis zum können als Vereinfachung des Auslagenersatzes für das elektrische Aufladen eines Dienstwagens (nur Pkw) und zur Anrechnung von selbst getragenen individuellen Kosten des Arbeitnehmers für Ladestrom auf den Nutzungswert folgende monatlichen Pauschalen typisierend zugrunde gelegt werden.


Tabelle in neuem Fenster öffnen
mit zusätzlicher Lademöglichkeit beim Arbeitgeber
ohne Lademöglichkeit beim Arbeitgeber
Elektrofahrzeuge
30 €
70 €
Hybridfahrzeuge
15 €
35 €

Neben dem Vorteil des elektrischen Aufladens erfasst § 3 Nr. 46 EStG auch die Überlassung der Ladevorrichtung zur privaten Nutzung. Wird die Ladevorrichtung dem Arbeitnehmer hingegen übereignet oder verbilligt verkauft, kann dieser Vorteil nach § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 6 EStG mit 25 % pauschal versteuert werden; er ist nicht steuerfrei.

Die Steuerbefreiung gilt nicht für Geschäftsfreunde des Arbeitgebers.

Verkauf eines gemischt genutzten Pkw des Betriebsvermögens ist vollständig steuerpflichtig

Wird ein zum Betriebsvermögen gehörendes, jedoch teilweise privat genutztes Kfz veräußert, erhöht der gesamte Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und Veräußerungserlös den Gewinn. Der Umstand, dass die tatsächlich für das Fahrzeug in Anspruch genommene AfA infolge der Besteuerung der Nutzungsentnahme bei wirtschaftlicher Betrachtung teilweise neutralisiert wird, rechtfertigt weder eine anteilige Berücksichtigung des Veräußerungserlöses bei der Ermittlung des Veräußerungsgewinns noch eine gewinnmindernde Korrektur des Veräußerungsgewinns in Höhe der auf die private Nutzung entfallenden AfA.

Kostendeckelung bei der 1%-Methode in Fällen einer Leasingsonderzahlung

Beim BFH ist derzeit unter dem Az VIII R 21/20 die Rechtsfrage anhängig, ob bei der Deckelung des nach der 1 %-Methode ermittelten Entnahmewerts für die private Fahrzeugnutzung auf die tatsächlichen Kosten bei einem Überschussrechner allein auf die in den Streitjahren abgeflossenen Fahrzeugkosten abzustellen ist oder ob zusätzlich der rechnerisch auf die Streitjahre entfallende Anteil einer in einem früheren Veranlagungszeitraum für das Fahrzeug geleisteten Leasingsonderzahlung berücksichtigt werden muss.

I. Definition des Firmenwagens

[i]

Als Firmenwagen bezeichnet man das zum Betriebsvermögen gehörende Kraftfahrzeug, das dem Arbeitnehmer zur privaten Nutzung zur Verfügung gestellt wird. Der sich daraus ergebende geldwerte Vorteil ist ein Sachbezug und damit Arbeitslohn.

Geschäftswagen ist das vom Unternehmer für private Zwecke genutzte, zum Betriebsvermögen gehörende Kraftfahrzeug. Die auf die Privatnutzung entfallenden Kosten sind Privatentnahmen, die den Gewinn nicht mindern dürfen.

II. Grundsätze

1. Allgemeines

Für die Bewertung der Überlassung eines Firmenwagens an den Arbeitnehmer (= Arbeitslohn ) und die Bewertung der Nutzungsentnahme aufgrund der privaten Kraftfahrzeugnutzung durch den Unternehmer gelten grundsätzlich identische Regelungen. In beiden Fällen ist

  • die 1-v.H.-Regelung als pauschales Ermittlungsverfahren oder

  • das Einzelnachweisverfahren, das ein individuell geführtes Fahrtenbuch voraussetzt,

anzuwenden (§ 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG, § 8 Abs. 2 Satz 2 EStG). Die Überlassung eines Fahrzeugs ist grundsätzlich auch im Rahmen eines Ehegatten-Arbeitsverhältnisses anzuerkennen, wenn die konkreten Konditionen der Kfz-Gestellung im Einzelfall auch fremdüblich sind.

2. Private Nutzung

Zur privaten Nutzung gehören alle privat veranlassten Fahrten. Diese sind insbesondere

  • Fahrten zu Verwandten/Bekannten,

  • Einkaufsfahrten,

  • Fahrten zur Erholung,

  • Mittagsheimfahrten,

  • Fahrten zur Erzielung von Einkünften anderer Einkunftsarten und

  • Fahrten zur Erzielung von Einkünften aus anderen Dienstverhältnissen oder weiterer beruflicher Tätigkeiten.

Nicht privat sondern beruflich veranlasst sind

  • Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte/regelmäßiger Arbeitsstätte,

  • Fahrten anlässlich einer Auswärtstätigkeit,

  • Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung,

  • bei einem eigenbetrieblichem Interesse des Arbeitgebers.

3. Betriebliche Fahrzeuge

Als Firmen- oder Geschäftswagen können genutzt werden

  • das Kraftfahrzeug,

  • ein vom Arbeitnehmer gegen Vollkostenerstattung durch den Arbeitgeber geleastes Kraftfahrzeug, welches der Arbeitgeber als Dienstwagen zur Verfügung stellt,

  • ein Campingfahrzeug,

  • ggf. Elektrofahrräder, die verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeuge eingeordnet werden.

Nicht als Firmen- oder Geschäftswagen sind Zugmaschinen und i.d.R. Lastkraftwagen anzusehen. Aus Vereinfachungsgründen kann der Nutzungsvorteil jedoch in sinngemäßer Anwendung des § 8 Abs. 2 S. 2 ff. EStG ermittelt werden, wobei kein höherer Listenpreis als 80.000 € zu Grunde zu legen ist. Bei einem Werkstattwagen gibt es i.d.R. keinen Anscheinsbeweis für eine Privatnutzung.

Luxusfahrzeuge sind nicht unbedingt geeignet, den Betrieb zu fördern. In diesem Fall liegt weder gewillkürtes noch notwendiges Betriebsvermögen vor, so dass Aufwendungen nur in der Höhe zu berücksichtigen sind, in der sie bei einem gängigen Fahrzeug entstanden wären.

Die Überlassung eines Dienstwagens zur unbeschränkten und selbstbeteiligungsfreien Privatnutzung des Arbeitnehmers im Rahmen eines geringfügigen, zwischen Ehegatten geschlossenen Beschäftigungsverhältnisses ist fremdunüblich. Daraus folgt allerdings nicht zwangsläufig, dass das Fahrzeug nicht dem Betriebsvermögen zuzurechnen ist.

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