GewStH H 8.1 (3) (Zu § 8 GewStG)

Zu § 8 GewStG

H 8.1 (3)

Abgrenzung des stillen Gesellschaftsverhältnisses vom partiarischen Darlehen

> BStBl II S. 623 und vom – BStBl 2006 II S. 334

Atypisch stille Gesellschaften

Im Gegensatz zur typischen stillen Gesellschaft sind atypische stille Gesellschaften, auch wenn die stille Beteiligung an einer GmbH besteht, nach den Grundsätzen der Mitunternehmerschaft zu behandeln (> BStBl 1994 II S. 702). Die Gewinnanteile des atypischen stillen Gesellschafters sind Teil des gewerblichen Gewinns der Mitunternehmerschaft und dürfen diesen nicht mindern (> BStBl 1986 II S. 311).

Begriff des stillen Gesellschafters

> BStBl 1965 III S. 49, vom – BStBl III S. 558, vom – BStBl 1966 III S. 95, vom – BStBl II S. 356, vom – BStBl II S. 815, vom – BStBl 1972 II S. 187, vom – BStBl II S. 611, vom – BStBl II S. 570, vom – BStBl 1979 II S. 51, vom – BStBl 1984 II S. 373 und vom – BStBl II S. 852

Gewinnabhängige Bezüge nach Beendigung des stillen Gesellschaftsverhältnisses

Zu den Gewinnanteilen des stillen Gesellschafters im Sinne des § 8 Nr. 1 Buchst. c GewStG gehören auch gewinnabhängige Bezüge, die nach Beendigung des stillen Gesellschaftsverhältnisses für die von dem stillen Gesellschafter während des Bestehens des Gesellschaftsverhältnisses erbrachten Leistungen gewährt werden (> BStBl II S. 586).

Stille Beteiligung an einem Mitunternehmeranteil

Auch die Gewinnanteile des stillen Gesellschafters eines Mitunternehmers (Unterbeteiligten) fallen unter die Hinzurechnungsvorschrift des § 8 Nr. 1 Buchst. c GewStG (> BStBl 1971 II S. 59).

Verlustanteile des stillen Gesellschafters

  • Bei der Ermittlung der Summe der nach § 8 Nr. 1 GewStG 2002 (i. d. F. des UntStRefG 2008) hinzuzurechnenden Finanzierungsanteile ist auch ein Verlustanteil des stillen Gesellschafters zu berücksichtigen, soweit dieser Verlustanteil den Verlust aus Gewerbebetrieb gemindert hat (>R 8.1 Abs. 3 Satz 2 GewStR 2009). Wird durch die Berücksichtigung des Verlustanteils die Summe der hinzuzurechnenden Finanzierungsanteile negativ, dann ist diese Summe grundsätzlich – entgegen R 8.1 Abs. 3 Satz 3 GewStR 2009 – negativ hinzuzurechnen (>BStBl 2017 II S. 59).

  • Die Betragsgrenze für die Hinzurechnung (§ 8 Nr. 1 GewStG 2002 i. d. F. des UntStRefG 2008) von 100.000 € ist im Fall einer negativen Summe der hinzuzurechnenden Finanzierungsanteile nicht spiegelbildlich anzuwenden. Lautet daher die Summe der Einzelhinzurechnungsbeträge auf einen Betrag zwischen ./. 1 € und ./. 100.000 €, dann ist ein Viertel dieser Summe dem Gewinn aus Gewerbebetrieb (negativ) hinzuzurechnen (>BStBl 2017 II S. 62).

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HAAAG-43479

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