Rechtsgeleitete Unternehmensbewertung
1. Aufl. 2023
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27 Ausschüttung – Gegenstand der Bewertung
27.1 Überblick
Der Wert eines Unternehmens hängt von den Ausschüttungen ab, die dem Anteilseigner nach Steuern zufließen. Bei der Planung der Ausschüttungen von Gewinnen an den Anteilseigner ist eine Reihe von Nebenbedingungen zu beachten, wie z. B. bilanzrechtliche und gesellschaftsrechtliche Ausschüttungsbeschränkungen auf der Unternehmensebene. Die Verfügbarkeit freier Liquidität beeinflusst darüber hinaus die Ausschüttungsmöglichkeiten. Der Zufluss der Ausschüttungen unterliegt auf der Ebene des Anteilseigners der Einkommensteuer. Da nur die Nettozuflüsse, d. h. die Ausschüttungen nach Einkommensteuer, bewertungsrelevant sind, ist die persönliche Steuerbelastung der Ausschüttungen notwendiger Bestandteil des Bewertungskalküls. Im Ergebnis beeinflusst die Ausschüttungspolitik den Unternehmenswert.
Zu Zeiten des Anrechnungsverfahrens war die Vollausschüttung steuerlich vorteilhaft, da die Körperschaftsteuerbelastung der Gewinne im Rahmen der Besteuerung mit Einkommensteuer neutralisiert wurde. Seit der Einführung des Halbeinkünfteverfahrens im Jahr 2001 und der Abgeltungsteuer im Jahr 2009 führt jede Ausschüttung zu einer zusätzlichen Steue...