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infoCenter (Stand: Juni 2019)

Sachbezüge

Jochen Wenning

I. Definition der Sachbezüge

[i]

Fließt dem Arbeitnehmer Arbeitslohn in Form von Sachbezügen zu, so sind diese wie Barlohnzahlungen entweder dem laufenden Arbeitslohn oder den sonstigen Bezügen zuzuordnen (R 39b.2 Abs. 1, 2 LStR). Für die Besteuerung unentgeltlicher Sachbezüge ist deren Geldwert maßgebend. Erhält der Arbeitnehmer die Sachbezüge nicht unentgeltlich, so ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem Geldwert des Sachbezugs und dem tatsächlichen Entgelt zu versteuern.

Sachbezüge sind mit dem geldwerten Vorteil zu bewerten. Als Bewertungsmethoden kommen in Betracht:

Die Ausgabe von bei Dritten einzulösenden Warengutscheinen, in denen ein in Geld formulierter Höchstbetrag angegeben ist, ist nur dann als Sachbezug zu qualifizieren, wenn der Arbeitnehmer nur die Sache selbst beanspruchen kann. Kann sich der Arbeitnehmer den Wert des Warengutscheins auch auszahlen lassen, liegt kein Sachbezug, sondern Barlohn vor. In diesen Fällen findet die Bagatellgrenze von 44 € keine Anwendung (R 8.1 Abs. 1 Satz 7 LStR).

II. Überlassung von Wohnraum

Die unentgeltliche oder verbilligte Wohnraumüberlassung durch den Arbeitgeber ist grundsätzlich steuerpflichtiger Arbeitslohn (§ 2 Abs. 3 LStDV), soweit es sich nicht um steuerfreie Mietvorteile handelt (§ 3 Satz 1 Nr. 59 EStG, R 3.59 Abs. 6 Satz 2-4 LStR, H 3.59 LStH). Dies gilt auch, wenn der Arbeitnehmer den gestellten Wohnraum tatsächlich nicht nutzt.

Die Überlassung von Unterkünften wird mit den amtlichen Sachbezugswerten angesetzt, 2018: 226 € monatlich, 2019: 231 € monatlich (§ 2 Abs. 3 SvEV, R 8.1 Abs. 5 Satz 1, Abs. 6 Satz 2-4 LStR).

Für die Bewertung der Überlassung von Wohnungen ist der ortsübliche Mietwert (ggf. Vergleichsmiete) maßgeblich (R 8.1 Abs. 6 Satz 1 LStR, H 8.1 Abs. 5-6 LStH).

Der Rabattfreibetrag (§ 8 Abs. 3 EStG) kann in Anspruch genommen werden, wenn die überlassene Wohnung auch an Dritte vermietet werden kann und der Arbeitgeber zumindest im gleichen Umfang an Dritte vermietet.

III. Mahlzeiten im Betrieb

1. Arbeitstägliche Mahlzeiten

Mahlzeiten (einschließlich Getränke) im Betrieb sind regelmäßig mit den amtlichen Sachbezugswerten (2019: Mittag- /Abendessen 3,30 €; Frühstück 1,77 €; 251 € monatlich) zu bewerten (§ 2 SvEV, R 8.1 Abs. 7 LStR). Der geldwerte Vorteil ist der Unterschiedsbetrag zwischen Sachbezugswert und Zuzahlung des Arbeitnehmers (H 8.1 LStH).

Bei der Ausgabe von Essensgutscheinen und Restaurantschecks ist grundsätzlich der Sachbezugswert als Wert der Mahlzeit anzusetzen. Ist der Zuschuss des Arbeitgebers niedriger als der Sachbezugswert, ist ihr Wert als Arbeitslohn anzusetzen.

Erhalten Arbeitnehmer Mahlzeiten, die sonst hauptsächlich Kunden angeboten werden, findet der Rabattfreibetrag Anwendung. Der Wert der Mahlzeiten ist dann nicht mit dem amtlichen Sachbezugswert, sondern mit dem um 4 % geminderten Endpreis abzüglich des Rabattfreibetrags anzusetzen (§ 8 Abs. 3 EStG ).

Der geldwerte Vorteil aus der Mahlzeitengestellung kann vom Arbeitgeber mit 25 % pauschal versteuert werden, Ausnahme: bei Anwendung des Rabattfreibetrags (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG).

Gibt der Arbeitgeber unterschiedliche Mahlzeiten zu unterschiedlichen Preisen verbilligt oder unentgeltlich an seine Arbeitnehmer ab und macht von der Möglichkeit der Lohnsteuerpauschalierung gebrauch, kann der geldwerte Vorteil mit dem Durchschnittswert der Pauschalbesteuerung zugrunde gelegt werden (R 8.1 Abs. 7 Nr. 5 LStR).

Getränke, die der Arbeitgeber außerhalb der Mahlzeiten zum Verzehr während der Arbeitszeit unentgeltlich oder verbilligt überlässt – z. B. Getränkeautomaten oder Freigetränke in Pausenräumen –, stellen Aufmerksamkeiten dar und gehören nicht zum Arbeitslohn (R 19.6 Abs. 2 LStR).

2. Mahlzeiten aus besonderem Anlass

Mahlzeiten, die im ganz überwiegend betrieblichen Interesse abgegeben werden, gehören nicht zum Arbeitslohn (R 8.1 Abs. 8 LStR, R 19.5 LStR, R 19.6 LStR). Eine Aufteilung von Sachzuwendungen in Arbeitslohn und Leistungen im betrieblichen Eigeninteresse ist grundsätzlich möglich, wenn die Zuwendungen gemischt veranlasst sind.

Übliche Mahlzeiten (bis 60 €), die im Rahmen einer Dienstreise, Fahrtätigkeit, Einsatzwechseltätigkeit oder doppelten Haushaltsführung abgegeben werden, können zur Ermittlung des geldwerten Vorteils mit dem amtlichen Sachbezugswert angesetzt werden. Steuerfreie Sachbezüge sind in die Prüfung der Freigrenze gemäß § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG nicht einzubeziehen. § 3 Nr. 16 EStG kommt auch dann zur Anwendung, wenn der Arbeitgeber nicht einen Geldbetrag, sondern die damit zu erlangende Leistung unmittelbar zuwendet.

Alternativ kann der Arbeitgeber auch eine Einzelbewertung nach § 8 Abs. 2 EStG vornehmen und die tatsächlichen Werte der Mahlzeiten erfassen. In diesem Fall kann zur Ermittlung des möglichen steuerpflichtigen Sachbezugs sowohl der entsprechende Verpflegungspauschbetrag als auch die „44-€-Grenze” berücksichtigt werden.

Zur Ermittlung des geldwerten Vorteils ist das zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbarte Entgelt auch dann vom Sachbezugswert abzuziehen, wenn dieses einbehalten wird:

  • vom Nettoarbeitslohn oder

  • von einer steuerfreien Reisekostenvergütung.

Der vom Arbeitgeber gezahlte (steuerfreie) Auslagenersatz ist kein Sachbezug.

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