Rechnungswesen

Abo IFRS Maintenance //

Maintenance der IFRS – aktueller Stand beim IFRS IC

Anwendungsfragen und Unklarheiten werden vom IFRS IC regelmäßig diskutiert und dahingehend beurteilt, ob das Thema weiter behandelt wird oder nicht. Wird kein Klarstellungs- oder Änderungsbedarf gesehen, wird dies per Agenda-Entscheidung beschlossen. Jede dieser Entscheidungen wird begründet, wobei die Begründung faktisch meist eine klarstellende Auslegung enthält. Eine solche Entscheidung wird erst vorläufig ( tentative agenda decision, TAD) und nach einer Konsultationsphase endgültig ( agenda decision, AD) getroffen. Als letzter Schritt ist vorgesehen, dass der IASB diese endgültige Entscheidung anschließend noch bestätigen muss.

Abo Versicherungsverträge //

ESMA-Bericht zur Anwendung von IFRS 7 und IFRS 9 für erwartete Kreditverluste bei Kreditinstituten

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA hat am 15.12.2021 einen Bericht veröffentlicht, der einen Überblick über die Prinzipien und Vorschriften in IFRS 7 und IFRS 9 in Bezug auf die Bewertung und Angabe von erwarteten Kreditverlusten (ECL) durch europäische Kreditinstitute enthält. Die Überprüfung basiert auf einer Desktop-Prüfung der (IFRS)Jahresabschlüsse 2020 einer Stichprobe von 44 europäischer Kreditinstitute.

Abo Pro & Contra //

Einfluss von Narrativen auf die Bilanzbewertung?

Während Robert J. Shiller in seinen Untersuchungen zur „Narrative Economics“ auf den Einfluss von sich verbreitenden Geschichten (Narrativen) auf die ökonomische Realität hinweist, beleuchtet Aswath Damodaran den Zusammenhang von „Narrative and Numbers“ für die Aktienbewertung. Inwieweit ist eine solche Betrachtung gleichsam „Vom Narrativ zur Zahlengläubigkeit und zurück!“ ( Haaker, IRZ 2021, S. 529) für die Bilanzbewertung im Rahmen der IFRS maßgeblich?

Abo latente Steuern //

Finale Übernahmeempfehlung der EFRAG zu Änderung an IAS 12

Die EFRAG hat am 1.12.2021 ihre finale Übernahmeempfehlung zur Übernahme in EU-Recht zu den Änderungen an IAS 12 veröffentlicht. Die Änderungen vom 7.5.2021 enthalten eine Rückausnahme zur Ansatzbefreiung latenter Steuern ( initial recognition exemption) bei Transaktionen, die gleichzeitig zum Ansatz eines Vermögenswerts und einer Schuld führen. Weiterhin sind auch Folgeänderungen an IFRS 1 enthalten. Beim Übergang auf die IFRS wird - analog – eine Befreiung ( exeption) von der Ansatzvorschrift für latente Steuern für leases und decommissioning obligations in den Anschaffungskosten eines Vermögenswerts wieder aufgehoben (IFRS 1.B14). Die Änderungen treten für Berichtsperioden ab dem 1.1.2023 in Kraft, wobei es modifizierte Übergangsregelungen gibt (IAS 12.98L und .98K).

Abo Versicherungsverträge //

Finalisierung der Änderung an IFRS 17 zu Übergangsinformationen

Nach dem endorsement von IFRS 17 (nebst Änderung) am 19.11.2021 wurden die begrenzten Änderungsvorschläge an den Übergangsvorschriften bei der erstmaligen gemeinsamen Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 am 9.12.2021 vom IASB finalisiert. Wendet ein (Versicherungs-)Unternehmen in der ersten Berichtsperiode – ab 1.1.2023 – IFRS 17 und zeitgleich IFRS 9 erstmals an, können Unstimmigkeiten ( mismatches) bei der Darstellung der Vorjahresvergleichszahlen entstehen, da diese nach IFRS 17 vollständig, nach IFRS 9 aber nur teilweise angepasst werden müssen/können. Als Lösung ist eine Erweiterung der Transition-Regelungen vorgesehen (neue IFRS 17.C28A-C28E). Danach soll es – wahlrechtsweise – erlaubt sein, finanzielle Vermögenswerte, die im Zusammenhang mit nach IFRS 17 qualifizierenden (Versicherungs-)Verträgen stehen, in den Vorjahreswerten so darzustellen, als ob die Klassifizierungs- und Bewertungsregelungen gem. IFRS 9 angewendet worden wären ( classification overlay).

Abo Reverse Factoring //

Neues Modul zu IDW RS HFA 50 zu Reverse-Factoring-Transaktionen

Das IDW hat am 6.12.2021 bekanntgegeben, dass die IFRS-Modulverlautbarung IDW RS HFA 50 um ein weiteres Modul IAS 1-M1 ergänzt wird. Dieses Modul befasst sich ebenfalls mit Zweifelsfragen bei der bilanziellen Abbildung von reverse-factoring-Transaktionen unter Berücksichtigung der IFRS IC Agenda Decision von Dezember 2020. Thematisiert werden darin die Darstellung von Verbindlichkeiten i. Z. m. reverse-factoring-Transaktionen in der Bilanz und in der Kapitalflussrechnung sowie die gegebenenfalls erforderlichen Angaben im Abschluss des Schuldners (Kunden). Auch das Sonderthema abstraktes vs. deklaratorisches Schuldanerkenntnis und die Auswirkungen auf die Ausbuchungsregelungen werden in den Kontext zur IFRS IC Entscheidung gesetzt. Das neue Modul wurde vom FAB am 26.10.2021 verabschiedet und wird die entsprechenden Abschnitte zum Thema reverse-factoring in IDW RS HFA 48 (Abschn. 3.2.3) und in IDW RS HFA 9 (Abschn. 5.3.) ersetzen.

Abo Reverse Factoring //

ED/2021/10 mit Änderungsvorschlägen an IAS 7 und IFRS 7

Auch beim IASB wird das Thema reverse factoring diskutiert. Hintergrund des Änderungsentwurfs vom 26.11.2021 ist (ebenfalls) die oben angesprochene IFRS IC Entscheidung aus Dezember 2020. Investoren und Analysten haben nach der Entscheidung auf Informationsbedürfnisse in Bezug auf supplier finance arrangements hingewiesen. Als (Zwischen)Lösung sieht der Änderungsentwurf Klarstellungen zu Angabevorschriften in IAS 7 und IFRS 7 vor. IAS 7 soll dahingehend angepasst werden, dass Veränderungen der Verbindlichkeiten aus supplier finance arrangements im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit separat ausgewiesen werden. Weiterhin sind sowohl für IAS 7 als auch IFRS 7 zusätzliche Angabepflichten zu leisten (z. B. zu den wesentlichen Vertragsbestandteilen).

Abo Nachhaltigkeitsberichterstattung //

IDW veröffentlicht „Q&A“ zur Berücksichtigung von ESG-bezogenen Aspekten in IFRS-Abschlüssen

Fast jedes Unternehmen ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit von den Auswirkungen des Klimawandels den Nachhaltigkeitsfaktoren (ESG-bezogene Aspekte) betroffen. Allerdings sind deren Chancen und Risiken meist nur ein vordergründiges Thema für die nichtfinanzielle Berichterstattung und den Lagebericht. Gleichwohl betrifft es aber auch die (IFRS-)Finanzberichterstattung, wie jüngst die ESMA-Prüfungsschwerpunkte hervorgehoben haben. Das Thema Nachhaltigkeit ist somit auch auf regulatorischer Ebene verstärkt im Fokus.

Abo Bilanzkontrolle //

BaFin veröffentlicht Prüfungsschwerpunkt

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Finanzmarktintegrität (FISG) wird das enforcement-System in Deutschland reformiert. Im neuen einstufigen System ist ab dem 1.1.2022 allein die BaFin zuständig, die auch bis zum 31.12.2021 nicht abgeschlossene Prüfungen fortführt. Am 29.11.2021 veröffentlichte die BaFin ihren Prüfungsschwerpunkt für das nachfolgende Kalenderjahr 2022 betreffend Abschlüsse kapitalmarktorientierter Unternehmen aus dem Kalenderjahr 2021. Die BaFin wird schwerpunktmäßig Lieferkettenfinanzierungen ( reverse factoring) überprüfen. Betroffen ist – mit Verweis auf die IFRS IC Agenda Decision von Dezember 2020 – der Ausweis in Bilanz und Kapitalflussrechnung sowie zugehörige Anhangangaben. Ebenso ist die Lageberichterstattung, etwa bei der Erläuterung der Finanzlage, betroffen.

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