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infoCenter (Stand: September 2020)

Job-Ticket

Bernd Langenkämper
JStG 2019 – Änderung bei der Pauschalversteuerung und Sachbezügen

Mit dem „Jahressteuergesetz 2019“ („JStG 2019“) wurde unter dem Titel „Entwurf eines Gesetzes zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ unter anderem auch eine neue Pauschalversteuerung ohne Anrechnung auf die Entfernungspauschale insbesondere bei Jobtickets und eine Ausweitung der Definition der Geldleistungen i. S. des § 8 Abs. 1 EStG in Abgrenzung zum Sachbezug geschaffen.

Zuschuss des Arbeitgebers kann auch bei einer Gehaltsumwandlung begünstigt sein

Nach dem ist ein ohnehin geschuldeter Arbeitslohn derjenige Lohn, den der Arbeitgeber verwendungsfrei und ohne eine bestimmte Zweckbindung (ohnehin) erbringt. Ein zusätzlicher Arbeitslohn liegt vor, wenn dieser verwendungs- bzw. zweckgebunden neben dem ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet wird. Es kommt nicht darauf an, ob der Arbeitnehmer auf den zusätzlichen Arbeitslohn einen arbeitsrechtlichen Anspruch hat (Änderung der Rechtsprechung).

Das BMF folgt dieser Auffassung jedoch nicht denn seiner Auffassung nach muss es sich um echte Zusatzleistungen handeln. Im Einzelnen wird gefordert, dass

  • die vom Arbeitgeber gewährte Leistung nicht auf den Anspruch auf Arbeitslohn angerechnet werden darf,

  • der Anspruch auf Arbeitslohn nicht zugunsten der Zusatzleistung gemindert werden darf,

  • die Zusatzleistung nicht anstelle einer bereits vereinbarten künftigen Erhöhung des Arbeitslohns gewährt werden darf und

  • bei Wegfall der Zusatzleistung sich der Arbeitslohn nicht erhöhen darf.

I. Definition des Job-Tickets

Bei einem Job-Ticket handelt es sich um eine preisermäßigte Dauerkarte zur Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel für die Beschäftigten einer Firma oder eines Firmenverbundes. Der Arbeitgeber erwirbt das Ticket aufgrund einer Vereinbarung mit dem Verkehrsträger und überlässt es seinerseits unentgeltlich, verbilligt oder vollentgeltlich dem Arbeitnehmer. Das Job-Ticket wird entweder für das ganze Jahr im Voraus oder für den nächsten Monat überlassen.

II. Steuerbefreiungen

Die unentgeltliche oder die verbilligte Überlassung eines Job-Tickets stellt einen geldwerten Vorteil dar. Einnahmen liegen vor, soweit die Freigrenze von 44 € / Monat überschritten wird. Zahlt der Arbeitnehmer den zwischen Arbeitgeber und Verkehrsträger vereinbarten Preis (H 8.1 (1-4) "Job-Ticket" LStH) oder einen höheren Preis, liegt kein geldwerter Vorteil vor.

Allerdings sind Zuschüsse, Sachbezüge und Leistungen Dritter, die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte gezahlt werden, seit dem steuerfrei. Das Gleiche gilt für die unentgeltliche oder verbilligte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sowie zu Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr, die der Arbeitnehmer aufgrund seines Dienstverhältnisses zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn in Anspruch nehmen kann (z. B. Job-Tickets). Die Vorteile werden auf die Entfernungspauschale angerechnet. Soweit die Job-Tickets somit nach § 3 Nr. 15 EStG steuerfrei sind, erfolgt auch keine Anrechnung auf die monatliche Freigrenze für Sachbezüge von 44 €.

III. Geldwerter Vorteil

1. Geldwerter Vorteil

Soweit ein Job-Ticket vom Arbeitgeber unentgeltlich oder verbilligt überlassen wird, liegt ein geldwerter Vorteil vor, der allerdings nur dann der Besteuerung unterliegt, wenn die Freigrenze von 44 € überschritten ist (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG).

Hinweis bei Nutzung eines Firmenwagens:

Wird ein Firmenwagen auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nur auf einer Teilstrecke eingesetzt, beschränkt sich der Ansatz der 0,03-v.H.-Monatspauschale auf diese Teilstrecke, wenn dem Arbeitnehmer für den restlichen Fahrweg eine Jahresbahnfahrkarte zur Verfügung steht.

Zahlt der Arbeitnehmer

liegt kein als Einnahme anzusetzender geldwerter Vorteil vor. Für den Vergleich ist der vom Arbeitgeber an den Verkehrsträger zu zahlende Preis für ein Job-Ticket maßgebend, die Tarifermäßigung des Verkehrsträgers für das Job-Ticket gegenüber dem üblichen Endpreis ist kein geldwerter Vorteil (bei Beschäftigten eines Verkehrsträgers ist der von einem anderen Arbeitgeber zu zahlende Betrag als Sachbezug anzusetzen).

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