BaFin //
Lagebericht im Fokus der Bilanzkontrolle 2026
Prof. Dr. Holger Philipps
Ende November dieses Jahres kündigte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ihre Schwerpunkte bei der Bilanzkontrolle im Jahr 2026 an. Danach wird die BaFin insbesondere prüfen, wie Unternehmen die Folgen makroökonomischer Veränderungen im Lagebericht darstellen. Als Begründung dafür weist die BaFin auf die vielfältigen Unsicherheiten hin, die derzeit die wirtschaftliche Lage prägen, z. B. Handelsbeschränkungen, schwankende Rohstoff- und Energiepreise, strukturelle Anpassungsprozesse und technologische Veränderungen, einschließlich zunehmenden Einsatzes von künstlicher Intelligenz. Die BaFin erwartet, dass berichtende Unternehmen diese Entwicklungen angemessen würdigen und die makroökonomischen Einflussfaktoren ausgewogen und umfassend analysieren. Typische Fehlerquellen sind dabei nach Auffassung der BaFin unzureichende Datengrundlagen, optimistische Prognoseannahmen, die Tendenz, mögliche negative Entwicklungen nicht deutlich genug darzustellen, sowie Widersprüche zwischen der internen Steuerungslogik und der externen Berichterstattung. Unternehmen müssen in ihrer Berichterstattung einen objektivierten Maßstab anlegen. Sie dürfen sich darin nicht auf subjektive Einschätzungen der Unternehmensleitung oder auf interne Steuerungsgrößen beschränken. Der von der BaFin genannte Prüfungsschwerpunkt greift die bereits im Oktober 2025 von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) gemeinsam mit den Enforcement-Behörden der Mitgliedstaaten festgelegten Prüfungsschwerpunkte auf (für IFRS-Abschlüsse vor allem die Auswirkungen geopolitischer Risiken und Unsicherheiten sowie die Segmentberichterstattung; siehe dazu auch WP Praxis 12/2025 S. 444 WAAAK-04371).