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infoCenter (Stand: März 2021)

Arbeitszimmer

Bernd Langenkämper
Einführung einer „Homeoffice-Pauschale“

Mit dem Jahressteuergesetz 2020 ist durch den neuen § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 4 i. V. mit § 9 Abs. 5 Satz 1 EStG eine Homeoffice-Pauschale von 5 € pro Arbeitstag, maximal aber 120 Arbeitstage und damit 600 € im Wirtschafts- bzw. Kalenderjahr eingeführt worden. Voraussetzung ist, dass kein häusliches Arbeitszimmer vorliegt oder dass auf einen Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer verzichtet wird. An den in Betracht kommenden Tagen muss zudem die gesamte betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausgeübt werden. Ein Aufsuchen einer außerhäuslichen Betätigungsstätte (z.B. Dienstreise) schließt den Abzug einer Pauschale für diese Tage aus. Einschränkungen bei gemeinsamen Nutzungsberechtigten gibt es nicht. Der Abzug dieser Pauschale erfolgt im Rahmen der übrigen Werbungskosten, ein Abzug neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag (§ 9 Abs. 1 Nr. 1a EStG) ist nicht möglich. Die Pauschale kann gegenwärtig nur für die Kalenderjahre 2020 und 2021 abgezogen werden.

Erstmalige Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers aufgrund des Corona-Virus

Steht für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, können Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer beschränkt bis zur Höhe von 1.250 € pro Kalenderjahr als Betriebsausgaben oder Werbungskosten berücksichtigt werden. Wird die Betriebsstätte vom Arbeitgeber geschlossen, steht dem Arbeitnehmer der eigentliche (Büro-)Arbeitsplatz nicht mehr für dessen Tätigkeit zur Verfügung. Grundsätzlich ist damit der beschränkte Werbungskostenabzug bis 1.250 € eröffnet. Weitere Voraussetzung ist jedoch, dass eine private Mitbenutzung von untergeordneter Bedeutung (weniger als 10 %) bleibt. Weiterführende Informationen finden Sie im Aufsatz von sowie in dem Kommentar von Stb/RA Dr. Brill in den NWB 41/2020 und dem

Vorsteuerabzug eines Arbeitnehmers bei der Vermietung eines Home-Office an den Arbeitgeber

Bei Aufwendungen zur Renovierung eines an den Arbeitgeber vermieteten Home-Office besteht der für den Vorsteuerabzug erforderliche direkte und unmittelbare Zusammenhang mit den Vermietungsumsätzen des Arbeitnehmers, soweit das Home-Office beruflich genutzt wird. Im Falle einer Bürotätigkeit kann sich die berufliche Nutzung des Home-Office auch auf einen Sanitärraum erstrecken, nicht jedoch auf ein mit Dusche und Badewanne ausgestattetes Badezimmer.

Häusliches Arbeitszimmer führt nicht zu anteiliger Besteuerung eines Gewinns aus privaten Veräußerungsgeschäften

Der Gewinn aus dem Verkauf von selbstgenutztem Wohneigentum ist nach einem auch dann in vollem Umfang steuerfrei, wenn zuvor Werbungskosten für ein häusliches Arbeitszimmer abgesetzt wurden. Zur Frage, ob ein bei der Arbeitnehmertätigkeit als Werbungskosten geltend gemachtes häusliches Arbeitszimmer (1.250 EUR) bei der Veräußerung der Eigentumswohnung nicht den Wohnzwecken zugeordnet wird und so den Veräußerungstatbestand des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG erfüllt, ist derzeit eine Revision beim BFH unter den Aktenzeichen IX R 27/19 anhängig.

Berücksichtigung von beschränkt abziehbaren Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer bei der Ermittlung des Aufgabegewinns

Mit seinem hat der BFH entschieden, dass für die Berechnung des Gewinns aus der Aufgabe einer freiberuflichen Tätigkeit der sich nach Abzug der AfA ergebende Buchwert des häuslichen Arbeitszimmers auch dann maßgeblich ist, wenn die Abziehbarkeit der Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer während der Ausübung der freiberuflichen Tätigkeit gemäß § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG der Höhe nach beschränkt war. Eine Gewinnkorrektur im Hinblick auf den nicht abzugsfähigen Teil der AfA kommt demnach nicht in Betracht.

Oftmals wirken sich im Veranlagungszeitraum die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer lediglich in Höhe von 1.250 € aus. Der Abzugshöchstbetrag wird vielfach bereits durch die laufenden Kosten erreicht, so dass sich die AfA faktisch nicht auswirkt. Dies wird bei der Ermittlung des Aufgabegewinns ausgeblendet und stellt damit eine Nachversteuerungsgefahr dar.

I. Definition des Arbeitszimmers

[i]

Das häusliche Arbeitszimmer i. S. des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG ist ein Raum, der nach seiner Lage, Funktion und Ausstattung in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist und vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher oder verwaltungstechnischer bzw. organisatorischer Arbeiten dient. Es ist somit ein beruflich genutztes Büro in dem Gebäude, in dem sich auch die Privatwohnung befindet.

II. Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer können als Betriebsausgaben, Werbungskosten oder bei einer Aus- oder Weiterbildung in einem nicht ausgeübten Beruf als Sonderausgaben abzugsfähig sein. Ein Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer ist ausgeschlossen, wenn der Raum nicht so gut wie ausschließlich für betriebliche oder berufliche Zwecke genutzt wird ().

Aufwendungen für einen in die häusliche Sphäre eingebundenen Raum, der in zeitlich nicht unerheblichem Umfang auch privat genutzt wird, führen nicht zu Betriebsausgaben oder Werbungskosten.

Wird das Arbeitszimmer zur Erzielung unterschiedlicher Einkünfte genutzt, ist die Abzugsfähigkeit jeweils getrennt zu prüfen. Die Aufwendungen sind dann entsprechend dem Nutzungsumfang aufzuteilen ().

Nutzt ein Unternehmer ein häusliches Arbeitszimmer, kann ein Vorsteuerabzug nach § 15 UStG bestehen. Dies gilt auch bei nichtunternehmerischen Miteigentumsgemeinschaften.

Wird ein Raum im doppelten Haushalt als Arbeitszimmer genutzt, ist dieser nicht durch den Wohnzweck der doppelten Haushaltsführung, sondern durch die berufliche Nutzung als Arbeitszimmer veranlasst.

III. Betriebsausgaben-/Werbungskosten- oder Sonderausgabenabzug

Bildet das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit, sind die hierauf entfallenden Aufwendungen in tatsächlich entstandener Höhe abzuziehen. Dies gilt auch, wenn ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer sind bis zu einem Höchstbetrag von 1.250 € (kein Pauschbetrag, keine Aufteilung bei nicht ganzjähriger Nutzung) abzugsfähig, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG).

Bildet das Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit oder wird ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt, dürfen Aufwendungen für das Arbeitszimmer nicht abgezogen werden. Das Abzugsverbot gilt jedoch nicht, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt wird.

1. Zu berücksichtigende Aufwendungen, sofern kein Abzugsverbot besteht

Die mit dem Arbeitszimmer im Zusammenhang stehenden Aufwendungen, wie z. B.

  • Miete ,

  • Gebäude-AfA , Sonderabschreibungen,

  • Schuldzinsen für Gebäudeanschaffungs-, Gebäudeherstellungs- oder Instandhaltungskredite,

  • Instandhaltungs- und Renovierungsaufwendungen,

  • Kosten der Gartenerneuerung nach Schäden durch Reparatur am Gebäude,

  • Wasser- und Energiekosten,

  • Reinigungskosten,

  • Grundbesitzabgaben,

  • Aufwendungen für die Ausstattung des Arbeitszimmers (z.B. Tapeten, Fenstervorhänge, Gardinen und Lampen),

sind als Werbungskosten, ggf. bis zum Höchstbetrag von 1.250 €, abzugsfähig. Voraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige diese Aufwendungen selbst getragen hat ().

Anteilige Kosten (z.B. Miete) sind nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche (einschl. Arbeitszimmer) aufzuteilen.

Hinweis

Stellt ein Arbeitszimmer im Keller keinen Nebenraum dar, gehört es zur Wohnfläche der Wohnung ().

Eine Arbeitsecke im Wohnzimmer stellt kein häusliches Arbeitszimmer dar, entsprechende anteilige Kosten können somit nicht berücksichtigt werden ().

2. Nicht zu den Aufwendungen des Arbeitszimmers gehörende Aufwendungen

Nicht zu den Aufwendungen des Arbeitszimmers gehören Aufwendungen für Arbeitsmittel (). Die Aufwendungen hierfür unterliegen somit auch nicht den Abzugsbeschränkungen des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG, H 9.14 LStH 2018.

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