NWB-BB Nr. 7 vom Seite 193

Digitalisierung forciert Überprüfung der eigenen und der Mandanten-Strategie

Dipl.-Kfm. Heiko Lucius | Verantw. Redakteur | nwb-bb-redaktion@nwb.de

Verfolgen Sie in Ihrer Kanzlei bzw. in Ihrem Beratungsunternehmen eine Strategie? Wenn Sie die folgenden Fragen spontan beantworten können, sind Sie zumindest auf einem guten Weg: Wissen Sie, wofür Ihre Kanzlei oder Ihr Beratungsunternehmen in der Öffentlichkeit steht? Lässt sich mit den heutigen Dienstleistungen weiterhin Geld verdienen? Welche Zielgruppen sprechen Sie an? Bekommen Ihre Mandanten die Leistung, die sie erwarten? Welche besonderen Stärken und Wettbewerbsvorteile haben Sie? Wo wollen Sie in fünf bis sieben Jahren stehen?

Sollten Sie jedoch über die eine oder andere Frage stolpern, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie sich über die strategische Ausrichtung Ihres Unternehmens noch keine großen Gedanken gemacht haben. Das muss Sie aber noch nicht beunruhigen. Denn vielleicht haben Sie mehr oder weniger unbewusst die erfolgreiche Strategie Ihres Vorgängers übernommen. Oder Ihre Beratungsgeschäfte laufen so gut, dass für Sie keine Notwendigkeit besteht, die eigene Strategie auf den Prüfstand zu stellen.

Letzteres ist aber ein Trugschluss. Und zwar aus zwei Gründen: Zum einen sollten Sie gerade dann, wenn die Geschäfte gut laufen, über die Aufstellung des eigenen Unternehmens nachdenken – losgelöst vom operativen Tagesgeschäft. Denn dann haben Sie die dafür notwendige Zeit, die Ihnen in Krisenphasen, in denen eher Notfallmanagement als eine langfristige Strategie gefragt ist, fehlt. Und zum anderen sind florierende Beratungsgeschäfte keine Garantie für die Ewigkeit. Dies mag abgedroschen klingen, scheint sich aber zurzeit durch die fortschreitende Digitalisierung zu bewahrheiten. Die Oxford University prognostiziert gar, dass der Steuerberater mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 % vom Computer ersetzt werden wird. Und auch für Unternehmensberater kann die Digitalisierung deutlich spürbare Auswirkungen auf das Beratungsgeschäft haben – aber bei aller Schwarzmalerei natürlich auch eine Chance sein, wie die Umfrage „KMU-Beratermonitor Digitalisierung 2016“ des „Bundesverbands Die KMU-Berater“ gezeigt hat (Ergebnisse unter http://go.nwb.de/74ytq).

Selbst wenn die düsteren Aussichten nicht im Entferntesten zutreffen, hat die durch sie ausgelöste Diskussion ihr Gutes: Jedem sollte klar geworden sein, dass es höchste Zeit ist, das eigene Geschäftsmodell auf seine strategische Ausrichtung hin zu überprüfen. Wie Sie als Steuerberater diese Überprüfung pragmatisch für Ihre Kanzlei vornehmen können, erläutert Rupp in einer neuen, sehr anschaulichen 5-teiligen Beitragsreihe. Er beginnt in dieser Ausgabe ab mit der Forderung nach einem Perspektivwechsel. Sie konnten die oben aufgeführten Fragen problemlos beantworten und sehen sich strategisch gut aufgestellt? Auch gut: Dann nutzen Sie die Beitragsreihe einfach für Ihre Beratung. Denn die Notwendigkeit einer Strategie gilt natürlich genauso für das Unternehmen Ihres Mandanten.

Beste Grüße

Heiko Lucius

Fundstelle(n):
NWB-BB 7/2017 Seite 193
NWB XAAAG-48121