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UM Nr. 9 vom

Die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 und ihre Implikationen für die Bewertungspraxis

Prof. Dr. Henning Zülch

Am veröffentlichte das IASB mit IFRS 3 (Business Combinations) einen Rechnungslegungsstandard, der den ersten Teil einer umfassenden Überarbeitung der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen darstellt. IFRS 3 ersetzt den bislang geltenden Standard zur bilanziellen Behandlung von Unternehmenszusammenschlüssen, und zwar IAS 22 (Business Combinations). Außerdem erfolgte eine Überarbeitung der eng mit IAS 22 zusammenhängenden Rechnungslegungsstandards IAS 36 (Impairment of Assets) und IAS 38 (Intangible Assets). Beide Standards sind nunmehr in der überarbeiteten Version "revised 2004" gültig. Auf sie wird, wie den folgenden Ausführungen zu entnehmen ist, an zahlreichen Stellen in IFRS 3 verwiesen. Eine Harmonisierung beider Standards mit IFRS 3 war daher geboten. Die Neuregelung besitzt weiterhin Ausstrahlungswirkung auf IAS 12, IAS 14, IAS 16, IAS 19, IAS 27, IAS 28, IAS 31, IAS 32-34, IAS 37, IAS 39, SIC-25 und SIC-32 (vgl. hierzu detailliert IFRS 3 Appendix C). Die Interpretationen SIC-9, SIC-22 und SIC-28 sind als Regelungsbestandteile in IFRS 3 eingegangen und mit dem Inkrafttreten aufgehoben worden. Mit dem neu erlassenen Standard verfolgt das IASB zwei wesentliche Ziele: Einerseits soll die Qualität der Rechnungslegung im Vergleich zur Altregelung des IAS 22 verbessert und andererseits eine Angleichung an die US-amerikanischen Regelungen in SFAS 141 (Business Combinations) und SFAS 142 (Goodwill and Other Intangible Assets) erreicht werden. Gerade die im Rahmen des sog. "Short term Convergence Projects" zwischen dem IASB und dem FASB angestrebte kurzfristige Angleichung divergierender Rechnungslegungsregeln war geboten, da die bilanzielle Behandlung von Unternehmenszusammenschlüssen auf der Grundlage der US-GAAP im Jahr 2001 durch die Abschaffung der planmäßigen Abschreibung eines im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses entstehenden positiven Geschäfts- oder Firmenwerts (goodwill) grundlegend geändert wurde. Ziel des Beitrags ist es nunmehr, die nach IFRS 3 vorgesehene bilanzielle Behandlung von Unternehmenszusammenschlüssen darzustellen sowie ihre Bedeutung für die Bewertungspraxis herauszuarbeiten und kritisch zu würdigen.

Dies ist ein Abstract zu einem Aufsatz der Zeitschrift "Unternehmensbewertung & Management" (UM), dem Vorläufer des BBB.

Fundstelle(n):
UM 9/2004
RAAAB-83613