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infoCenter (Stand: September 2022)

Werbungskosten-Pauschbeträge

Bernd Langenkämper
Anhebung des Arbeitnehmer-Pauschbetrags ab

Mit dem Steuerentlastungsgesetz 2022 wurde der Arbeitnehmer-Pauschbetrag rückwirkend zum von 1.000 € auf nunmehr 1.200 € erhöht.

Anhebung des Sparer-Pauschalbetrags ab dem

Mit dem Jahressteuergesetz 2022 soll der Sparer-Pauschbetrag von 801 auf 1.000 Euro für Alleinstehende und von 1.602 Euro auf 2.000 Euro für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner erhöht werden. Diese Maßnahme soll am in Kraft treten.

Einführung einer „Homeoffice-Pauschale“

Mit dem Jahressteuergesetz 2020 ist durch den neuen § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 4 EStG eine Homeoffice-Pauschale von 5 € pro Arbeitstag, maximal aber 120 Arbeitstage und damit 600 € im Wirtschafts- bzw. Kalenderjahr eingeführt worden. Voraussetzung ist, dass kein häusliches Arbeitszimmer vorliegt oder dass auf einen Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer verzichtet wird. An den in Betracht kommenden Tagen muss zudem die gesamte betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausgeübt werden. Ein Aufsuchen einer außerhäuslichen Betätigungsstätte (z.B. Dienstreise) schließt den Abzug einer Pauschale für diese Tage aus. Einschränkungen bei gemeinsamen Nutzungsberechtigten gibt es nicht. Der Abzug dieser Pauschale erfolgt im Rahmen der übrigen Werbungskosten, ein Abzug neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag (§ 9 Abs. 1 Nr. 1a EStG) ist nicht möglich. Die Pauschale kann gegenwärtig nur für die Kalenderjahre 2020 und 2022 (mit dem Vierten Corona Steuerhilfegesetz ist eine Ausdehnung auf das Kalenderjahr 2022 umgesetzt worden) abgezogen werden. Eine Verlängerung über den hinaus bis zum wurde mit dem Vierten Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise umgesetzt.

Mit hat das BMF zu verschiedenen Zweifelsfragen zur Anwendung der Homeoffice-Pauschale sowie zur Abziehbarkeit von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer in der Corona-Pandemie Stellung genommen. Hierbei hat das BMF auch darauf hingewiesen, dass dann, wenn Monats-/Jahrestickets für zunächst beabsichtigte Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte erworben wurden und die Fahrten aufgrund tatsächlicher Tätigkeit in der häuslichen Wohnung nicht durchgeführt wurden, die Aufwendungen für öffentliche Verkehrsmittel als tatsächliche Kosten (Günstigerprüfung gegenüber der Entfernungspauschale) neben der Homeoffice-Pauschale abziehbar sind.

I. Definition der Werbungskosten-Pauschbeträge

Sofern keine höheren Werbungskosten geltend gemacht werden, sind bei der Ermittlung der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (§ 19 EStG) und aus wiederkehrenden Leistungen (§ 22 Nr. 1 und 1a EStG) jeweils Werbungskosten-Pauschbeträge abzuziehen.

Bei der Ermittlung der Betriebsausgaben oder Werbungskosten können für alle Berufsgruppen Pauschbeträge für Reisekosten, Umzugskosten und doppelte Haushaltsführung zu berücksichtigen sein.

II. Pauschbeträge für Werbungskosten nach § 9a EStG

1. Arbeitnehmer-Pauschbetrag

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag i. H. von 1.200 € (bis 2021: 1.000 €) als Jahresbetrag ist insgesamt nur einmal beim Steuerpflichtigen selbst abzuziehen und darf nicht zu negativen Einkünften führen (§ 9a Satz 2 EStG, H 9a LStH).

Soweit es sich bei den Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit um Versorgungsbezüge handelt, ist lediglich ein Pauschbetrag von bis zu 102 € abzugsfähig (§ 9a Satz 1 Nr. 1b EStG).

Bei einem gleichzeitigen Bezug von laufendem Arbeitslohn und Versorgungsbezügen werden die Pauschbeträge nebeneinander gewährt. Sie sind ferner bei der Berechnung der dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit zu berücksichtigen (§ 32b Abs. 2 Satz 1 EStG).

Ein Steuerpflichtiger mit Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit hat einen Rechtsanspruch auf den Ansatz des ungekürzten Arbeitnehmer-Pauschbetrags. Er kann folglich keine beliebige Bestimmung treffen und auf diese Weise neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag sämtliche nachgewiesenen Aufwendungen als Betriebsausgaben geltend machen.

2. Pauschbetrag bei den Einkünften aus Kapitalvermögen

Seit 2009 wird bei den Einkünften aus Kapitalvermögen ist als Werbungskosten ein Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 € bzw. 1.602 € für Verheiratete berücksichtigt (§ 20 Abs. 9 EStG).

Mit dem Jahressteuergesetz 2022 soll der Sparer-Pauschbetrag von 801 auf 1.000 Euro für Alleinstehende und von 1.602 Euro auf 2.000 Euro für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner erhöht werden. Diese Maßnahme soll am in Kraft treten.

3. Pauschbetrag bei Einkünften aus wiederkehrenden Leistungen

Ein Abzug von 102 €

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