Unter Druck
Die Steuerberatung [i]KI und Automation wirken in zwei Richtungensteht unter Druck: Automatisierung vieler Prozesse, KI-Tools, Konzentrationstendenzen im Markt und vielleicht sogar die Beteiligung von Berufsfremden, zunehmender Dokumentationsaufwand... Es ist sicher leicht, die Chancen eines sich verändernden „Geschäftsmodells“ und die Optimierung der Kanzleiarbeit zu feiern. Aber dies ist eben nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite zeigt disruptive Änderungen und – ohne Schwarzmalerei – Risiken. Gut digital umzuformende Bereiche werden bald automatisiert sein, übrigens auch auf Initiative der Finanzverwaltung. Daher werden Bereiche, die heute noch zentrale Grundlagen der Steuerberatung sind, wegfallen. Zumindest wird die Wertschöpfung dort geringer sein. Dies betrifft teilweise den „Kern“ der abrechenbaren Leistungen.
Für den stetigen und teils rasanten Wandel bringt der Berater neben einem grundsätzlichen Interesse an der technischen Entwicklung idealerweise auch eine Offenheit gegenüber Fragen mit, die nicht den materiell-rechtlichen Kern der Dienstleistung ausmachen. Einen gewissen Schutz und ein Verzögerungselement gegenüber der sofortigen Übernahme der Bots bieten Kontext- und Zeitraumbezogenheit vieler steuerlicher Informationen und nicht zuletzt die Komplexität der Materie. Das gilt insbesondere für das Internationale Steuerrecht.
[i]Folgen der sinkenden Körperschaftsteuer im Rahmen von Pillar TwoDiese IWB bedient zweimal konkrete Fragestellungen zum Mindeststeuergesetz in der Folge der Senkung der Körperschaftsteuer ab 2028. Hier ist noch alles neu und eine Klärung durch Rechtsprechung ausgeschlossen. Der Einstieg von Mühlhausen/Wohlthat gilt ab den Auswirkungen einer Steuersatzänderung auf die latenten Steuern in der Rechnungslegung nach HGB und IFRS. Den Schwerpunkt bilden die Regelungen im Mindeststeuergesetz zu den Safe Harbours und die Folgen auf den CbCR-Effektivsteuersatz-Test, bis hin zur etwaigen Korrektur der Pillar Two-Berechnungen. Behrendt/Rautenstrauch/Euhus gehen ab beispielhaft auf die Folgen von Steuersatzänderungen, gerade infolge von Umbewertungseffekten der latenten Steuerpositionen, auf die effektiven Steuersätze ein.
[i]Leitplanken im Recht der Niederlande für ihre Überseegebiete und des EuGH zu EU-/EWR-StiftungenEin etwas exotischeres Thema sind die komplexen Steuerbeziehungen zwischen den Niederlanden in Europa und den zugehörigen Landesteilen und Gemeinden in der Karibik. Die Rechtsbeziehungen zu diesen sechs Inseln außerhalb der EU sind in verschiedenen Rechtsquellen geregelt und von Besonderheiten geprägt, die Thomas ab darstellt. Das EuGH-Urteil in der Rechtssache „Familienstiftung“ besprechen Eiling/Keßeler ab . Es ist für die Steuerpflichtigen wegen seiner Klarheit erfreulich als wegen der Folgen.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit dieser Ausgabe
Nils Henrik Feddersen
Fundstelle(n):
IWB 5 / 2026 Seite 1
EAAAK-11547