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NaRp Nr. 2 vom Seite 33

Nachhaltigkeit zwischen Berichtspflicht und Wirkung

Anke Kreft | Redaktion Nachhaltigkeit und Reporting | nachhaltigkeit-reporting-redaktion@nwb.de

Das Jahr 2025 endete mit Beschlüssen, die die Nachhaltigkeitsberichterstattung spürbar verändern – und auch das Jahr 2026 begann mit geänderten Anforderungen, etwa durch den neuen delegierten Rechtsakt zur EU-Taxonomie.

Zwar wurden keine neuen Regelwerke ergänzt, doch an zentralen Stellschrauben der bestehenden Nachhaltigkeitsregulatorik wurde noch einmal gedreht – wie beispielsweise an der CSRD sowie der CSDDD. Die EU-Gesetzgeber haben auf den zunehmenden Druck aus der Wirtschaft reagiert und versuchen, Komplexität und Aufwand bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsanforderungen zu begrenzen, ohne deren Zielsetzung grundsätzlich infrage zu stellen. Vor diesem Hintergrund hatte die EU-Kommission der EFRAG den Auftrag erteilt, die ESRS zu überarbeiten. Die angekündigten „simplified ESRS“, deren Entwurfsfassung EFRAG der EU-Kommission Ende 2025 vorgelegt hat, sollen die Zahl der verpflichtend zu berichtenden Datenpunkte deutlich reduzieren und die Berichterstattung stärker auf wesentliche Informationen fokussieren. Sie sollen somit effizienter und praxisnäher werden. Ob die überarbeiteten Standards – „ESRS 2.0“ – diesem Anspruch tatsächlich gerecht werden, hinterfragen Dr. Josef Baumüller, Mag. Alfred Ripka und Kevin Wagner ab kritisch.

Das übergeordnete Ziel der Nachhaltigkeitsberichterstattung ist es, nachhaltiges unternehmerisches Handeln zu fördern: um einerseits einen wirksamen Beitrag zum Schutz unseres Planeten zu leisten und andererseits wirtschaftliche Erfolge zu sichern – also idealerweise gestärkt aus der Transformation hervorzugehen.

Vor diesem Hintergrund drängt sich eine grundlegende Frage auf: Macht eine verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung Unternehmen tatsächlich nachhaltiger?

Der Beitrag von Prof. Dr. Dr. h. c. Stefan Schaltegger und Benjamin Sachs greift diese provokative Frage ab auf und hinterfragt kritisch die weit verbreitete Annahme, dass mehr und stärker standardisierte Berichterstattung automatisch zu einer besseren Nachhaltigkeitsperformance führt.

Sicherlich spoilere ich nicht, wenn ich verrate, dass auf eine solch provokante Frage kaum ein einfaches „Ja“ zu erwarten ist. Mein Versprechen an Sie: Die differenzierte Antwort, die Prof. Dr. Dr. h. c. Schaltegger – eine international anerkannte Kapazität im Bereich des unternehmerischen Nachhaltigkeitsmanagements, vielfach international zitiert und wissenschaftlich ausgezeichnet – gemeinsam mit Herrn Sachs entwickelt, wird Ihnen neue Impulse für Ihr eigenes nachhaltiges Handeln geben.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre bei diesen Beiträgen und den weiteren dieser Ausgabe.

Ihre

Anke Kreft

Fundstelle(n):
NaRp 2/2026 Seite 33
JAAAK-09014