LStH H 19.9 (Zu § 19 EStG)

Zu § 19 EStG

H 19.9 Zahlung von Arbeitslohn an die Erben oder Hinterbliebenen eines verstorbenen Arbeitnehmers

Erben als Arbeitnehmer

Durch die Zahlung von dem Erblasser zustehenden Arbeitslohn an die Erben oder Hinterbliebenen werden diese steuerlich zu Arbeitnehmern; der Lohnsteuerabzug ist nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ggf. Steuerklasse VI) der Erben oder Hinterbliebenen durchzuführen (§ 1 Abs. 1 Satz 2 LStDV).

Weiterleitung von Arbeitslohn an Miterben

Beispiel:

Nach dem Tod des Arbeitnehmers A ist an die Hinterbliebenen B, C, D und E ein Sterbegeld von 4.000 € zu zahlen. Der Arbeitgeber zahlt den Versorgungsbezug an B im Jahr 2019 aus. Dabei wurde die Lohnsteuer nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen des B unter Berücksichtigung der Freibeträge für Versorgungsbezüge von 1.100 € ( 17,6 % von 4.000 € = 704 € zuzüglich 396 € ) erhoben. B gibt im Jahr 2020 je 1/4 des Bruttoversorgungsbezugs an C, D und E weiter (insgesamt 3.000 €).

Im Jahr 2019 ergeben sich lohnsteuerpflichtige Versorgungsbezüge:


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Versorgungsbezüge
4.000 €
./. Versorgungsfreibetrag
704 €
./. Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag
  396 €
lohnsteuerpflichtige Versorgungsbezüge
2.900 €

Durch die Weitergabe im Jahr 2020 verbleibt B ein Anteil an den Versorgungsbezügen von 1.000 €. Hierauf entfällt ein Versorgungsfreibetrag in Höhe von 176 € ( 17,6 % von 1.000 €) zuzüglich eines Zuschlags zum Versorgungsfreibetrag von 396 € , also steuerpflichtige Versorgungsbezüge von 428 € . Bei B sind in 2020 negative Einnahmen in Höhe von 2.472 € ( 2.900 €  ./.  428 € ) anzusetzen.

Fundstelle(n):
zur Änderungsdokumentation
QAAAH-05221

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