StuB Nr. 8 vom 22.04.2016 Seite 1

Übertragung eines Wirtschaftsguts gegen Gutschrift auf Kapitalkonto II …

Dipl.-Ök. Patrick Zugehör | Verantw. Redakteur | stub-redaktion@nwb.de

... und vom

Die Übertragung eines Wirtschaftsguts durch den Gesellschafter auf die Personengesellschaft gegen Gutschrift kann unentgeltlich im Wege einer Einlage oder entgeltlich im Wege der Einbringung auf einem Kapitalkonto erfolgen. Der BFH hat nun in zwei aktuellen Entscheidungen die Frage geklärt, ob die Gutschrift auf einem variablen Kapitalkonto, dem Kapitalkonto II, zu einem entgeltlichen oder unentgeltlichen Erwerb führt. Die Urteile betreffen die Übertragung eines Wirtschaftsguts aus dem Privatvermögen in die Personengesellschaft, nicht jedoch den Anwendungsbereich des § 6 Abs. 5 Satz 3 EStG. Die vom BFH getroffene Unterscheidung zwischen dem Kapitalkonto I und dem Kapitalkonto II ist nicht überzeugend, wie Rätke ab schlüssig darlegt. In jedem Fall hätte sich der BFH mit dem Inhalt der Vereinbarung, die ausdrücklich eine Gewährung von Gesellschaftsrechten vorsah und kein bestimmtes Kapitalkonto nannte, auseinandersetzen und prüfen sollen, ob möglicherweise die Gutschrift auf dem falschen Kapitalkonto erfolgt ist. Da der BFH mit seinen beiden Entscheidungen der Auffassung des BMF widersprochen hat, wird eine Reaktion des BMF nicht ausbleiben. Bis dahin bieten die Urteile dennoch eine Gestaltungsmöglichkeit durch gezielte Zuordnung des Übertragungsvorgangs zum entgeltlichen oder unentgeltlichen Bereich.

Reform der Abschlussprüfung abgeschlossen

Mit dem Abschlussprüferaufsichtsreformgesetz (APAReG) und dem Abschlussprüfungsreformgesetz (AReG) ist die europäische Reform der Abschlussprüfung zum Abschluss gekommen. Velte und Stawinoga geben ab einen Überblick über die zentralen Reformmaßnahmen des AReG: Einführung der externen Rotation, Beschränkung von Prüfung und Beratung des Abschlussprüfers, erweitertes Anforderungs- und Tätigkeitsprofil des Prüfungsausschusses sowie erweiterte Berichterstattung des Abschlussprüfers.

Beilage: Der Gesellschafter-Geschäftsführer der GmbH

Die Anerkennung und der korrekte Abschluss von Anstellungsverträgen bei Gesellschafter-Geschäftsführern erfordern in der Praxis einiges an Know-how. Wer nicht erst in der Betriebsprüfung mit unliebsamen Überraschungen konfrontiert werden möchte, ist gut beraten, seinen bestehenden oder neuen Gesellschafteranstellungsvertrag auf steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Risiken zu überprüfen. Vor allem die Angemessenheit der Geschäftsführervergütung, der Kfz-Nutzung sowie der Pensionszusagen sind häufig Gegenstand von Betriebsprüfungen und waren zuletzt wieder vermehrt Thema in der Rechtsprechung. von Hoheisel, Tippelhofer und Zwirner informiert Sie darüber, welche grundsätzlichen steuerlichen Themen Sie bei dem Abschluss von Gesellschafteranstellungsverträgen nach aktuellster Rechtsprechung zu beachten haben.

Beste Grüße

Patrick Zugehör

Fundstelle(n):
StuB 8/2016 Seite 1
NWB EAAAF-71185

;

Diese Website verwendet ausschließlich funktionale Cookies,

die notwendig sind, um den vollen Funktionsumfang unseres Datenbank-Angebotes sicherzustellen.
Lesen Sie auch unsere Datenschutzerklärung!

Cookies akzeptieren