Dokument Die ärztliche Berufsausübungsgemeinschaft unter Berücksichtigung des Job-Sharings

Preis: € 13,00 Nutzungsdauer: 30 Tage

Dokumentvorschau

NWB Nr. 40 vom 28.09.2009 Seite 3124

Die ärztliche Berufsausübungsgemeinschaft unter Berücksichtigung des Job-Sharings

Dr. Hansjörg Haack, LL.M.

Will sich ein Arzt vertragsärztlich niederlassen, ist ihm dies nur möglich, wenn in dem Gebiet der beabsichtigten Niederlassung für sein Fachgebiet keine Zulassungsbeschränkung besteht. Besteht eine Zulassungsbeschränkung, was in der Praxis für nahezu sämtliche Facharztrichtungen der Fall ist, bleibt dem Interessenten grundsätzlich nur die Möglichkeit, zunächst einen Vertragsarztsitz zu erwerben. Sind in dem Planungsgebiet keine abgabewilligen Vertragsärzte vorhanden, bleibt dem jungen Arzt immerhin die Möglichkeit des sog. Job-Sharings. Beim Job-Sharing teilen sich zwei Ärzte einen Vertragsarztsitz. Das vertragsärztliche Job-Sharing wurde durch das 2. GKV-Neuordnungsgesetz mit Wirkung zum 1. 7. 1997 vor dem Hintergrund eingeführt, zusätzliche Beschäftigungschancen für Ärzte zu schaffen, ohne damit sogleich die Gefahr einer Leistungsausweitung auszulösen. Für das Job-Sharing ist die Begründung einer ärztlichen Berufsausübungsgemeinschaft (früher Gemeinschaftspraxis) mit einem im Planungsbereich bereits zugelassenen Vertragsarzt derselben Fachrichtung notwendig. Gegenüber dem Zulassungsausschuss müssen sich beide Ärzte verpflichten, den bisherigen Leistungsumfang der Praxis nicht wesentlich zu überschreiten. In der Praxis kommt dem Job-Sharing erhebliche Bedeutung zu: Für den abgabewilligen Arzt ist das Job-Sharing eine ideale Möglichkeit, seinen potenziellen Nachfolger in die Praxis aufzunehmen und die Praxis für eine Übergangszeit mit ihm gemeinsam zu führen, um ihn mit den Praxisabläufen vertraut zu machen. Der Praxiserwerber wird nicht gleich „ins kalte Wasser” geworfen. Schließlich können sich mit Hilfe des Job-Sharings auch Vertragsarztsitze vermehren lassen, wenn der Job-Sharer sich mindestens zehn Jahre mit einem Vertragsarzt dessen Sitz geteilt hat. Diese Gestaltung ist insbesondere für größere Berufsausübungsgemeinschaften interessant. Ist bereits bei der normalen Berufsausübungsgemeinschaft auf einen sorgfältig formulieren Gesellschaftsvertrag zu achten, gilt dies erst recht beim Job-Sharing. Dort besteht die Notwendigkeit, gesellschaftsrechtlich eine Kompensation des aus dem Zulassungsrecht folgenden extremen Abhängigkeitsverhältnisses der beiden Partner zu erreichen.

Erwerben Sie das Dokument, um den gesamten Inhalt lesen zu können.
notification message Rückgängig machen