Dokument GmbH-Gesellschafterversammlung

Testen Sie kostenfrei eines der folgenden Produkte, die das Dokument enthalten:

Dokumentvorschau

infoCenter (Stand: April 2021)

GmbH-Gesellschafterversammlung

Reinald Gehrmann
Corona-Pandemie

Durch das "Gesetz über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie" vom sind die Regelungen zur gemeinsamen Willensbildung bei Gesellschafterversammlungen gelockert worden. Beschlussfassungen können nun - abweichend von § 48 Abs. 2 GmbHG - in Textform oder durch schriftliche Abgabe der Stimmen auch ohne Einverständnis aller Gesellschafter gefasst werden. Durch die Verordnung zur Verlängerung von Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins- und Stiftungsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie vom (BGBL 2020 I S. 2258) hat der Gesetzgeber die Geltung der Maßnahmen bis zum verlängert.

I. Definition der GmbH-Gesellschafterversammlung

[i]

Die Gesellschafterversammlung ist das oberste Willensbildungsorgan der GmbH, in der sich die Anteilseigner als Träger der maßgeblichen Entscheidungskompetenz organisieren. Auf Grund der ihr vom Gesetzgeber eingeräumten weitreichenden Autonomie bestimmt sie weitgehend frei den Inhalt der Satzung und ist berechtigt, dem Geschäftsführer Weisungen zu erteilen. Die Gesellschafterversammlung kann damit die Geschicke der Gesellschaft bis ins Einzelne selbst bestimmen. Außerhalb der Gesellschafterversammlung hat der einzelne Gesellschafter hingegen nur eingeschränkte Rechte.

II. Kompetenzen der Gesellschafterversammlung

1. Grundlagenkompetenz

Die Gesellschafterversammlung bestimmt in der Satzung Zweck und Gegenstand des Unternehmens sowie jede Änderung der Satzung. In ihre - allumfassende - Entscheidungskompetenz fällt u.a.

  • der Abschluss von Unternehmensverträgen,

  • die Entscheidung über Umwandlungen wie z.B. Fusionen, Ausgliederungen, Rechtsformwechsel etc.,

  • die Entscheidung über die Auflösung der Gesellschaft,

  • die Bestellung und Abberufung der Liquidatoren.

Nicht in die Entscheidungskompetenz der Gesellschafterversammlung sollen Geschäfte fallen, die die gesamte Übertragung des Gesellschaftsvermögens zum Gegenstand haben.

2. Finanzierungsverantwortung

Die Gesellschafter bestimmen über

  • die Ergebnisverwendung (§ 46 Nr. 1 GmbHG)

  • die Ausstattung der Gesellschaft mit dem notwendigen (Eigen-)Kapital sowie Kapitalerhöhungen und - herabsetzungen,

  • Höhe und Zeitpunkt der Einzahlung ausstehender Einlagen,

  • die Einzahlung von Nachschüssen,

  • die Finanzierung durch Gewährung von Gesellschafterdarlehen,

  • die Vergütung der Geschäftsführer.

3. Überwachung der Geschäftsführung

Die Gesellschafterversammlung bestellt die Geschäftsführer, schließt mit ihnen die Anstellungsverträge, überwacht sie und beruft sie ab. Sie ist jederzeit berechtigt, den Geschäftsführern umfassende Weisungen zu erteilen und diese jederzeit – auch ohne dass dafür ein besonderer Grund erforderlich wäre – abzuberufen, § 38 Abs. 1 GmbHG.

4. Rechnungslegung und Ergebnisverwendung

Die Gesellschafterversammlung stellt den von den Geschäftsführern aufgestellten Jahresabschluss fest und beschließt und über die Ergebnisverwendung und damit, ob ein Gewinn an die Gesellschafter ausgeschüttet oder thesauriert und ob ein etwaiger Verlust auf neue Rechnung vorgetragen wird. Auch die Wahl des Abschlussprüfers gehört zu den Kompetenzen der Gesellschafterversammlung.

Erwerben Sie das Dokument, um den gesamten Inhalt lesen zu können.
;

Ihre Datenbank verwendet ausschließlich funktionale Cookies,

die technisch zwingend notwendig sind, um den vollen Funktionsumfang unseres Datenbank-Angebotes sicherzustellen. Weitere Cookies, insbesondere für Werbezwecke oder zur Profilerstellung, werden nicht eingesetzt.

Hinweis ausblenden