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NWB-BB Nr. 2 vom Seite 38

Frühwarnsysteme durch Kennzahlen

Wie Steuerberater ihre Mandanten zukunftssicher beraten können

Florian Fahr

Ein strukturiertes Frühwarnsystem auf Basis relevanter Kennzahlen ermöglicht es, Mandanten nicht nur vor Risiken zu schützen, sondern auch deren Bonität zu verbessern, strategische Entscheidungen vorzubereiten und die Unternehmensführung nachhaltig zu professionalisieren. Im folgenden Beitrag erläutern wir zunächst die Merkmale eines effektiven Frühwarnsystems und dessen Mehrwerte für Unternehmen. Anschließend stellen wir dar, wie Risiken systematisch erfasst werden können. Dazu stellen wir uns die Frage, wie Krisen entstehen, und skizzieren schematisch den Weg in eine Unternehmenskrise. Für jede Phase werden beispielhafte Kennzahlen benannt und deren praktischer Nutzen anhand konkreter Beispiele verdeutlicht. Damit soll aufgezeigt werden, wie Krisen in einer möglichst frühen Phase erkannt werden können. Abschließend präsentiere ich einen Leitfaden zur Entwicklung eines umfassenden Kennzahlensystems und beschreibe, wie ein Frühwarnsystem erfolgreich in die Beratung integriert werden kann. Darüber hinaus steht Ihnen in der NWB Datenbank als Unterstützung die 11-seitige Arbeitshilfe „Krisen-Frühwarnsystem – Checklisten“, NWB UAAAH-81825, zur Verfügung.

Krisen-Frühwarnsystem – Checklisten, NWB UAAAH-81825

Kernaussagen
  • Frühwarnsysteme machen Risiken sichtbar, bevor sie existenzbedrohend werden; durch gezielte Kennzahlenanalyse können Unternehmen rechtzeitig gegensteuern und ihre Handlungsfähigkeit sichern.

  • Steuerberater und Wirtschaftsprüfer werden zu strategischen Sparringspartnern, indem sie Mandanten beim Aufbau individueller KPI-Systeme begleiten und so deren Bonität, Entscheidungsqualität und Zukunftsfähigkeit stärken.

  • Ein strukturierter 5-Schritte-Ansatz hilft, aus der Vielzahl an Daten die wirklich relevanten Frühindikatoren zu identifizieren – praxisnah, nachvollziehbar und direkt in das Reporting integrierbar.

  • Das Konzept ist besonders wertvoll für KMU und Nachfolgesituationen, in denen Transparenz, Liquidität und strategische Steuerung oft unzureichend ausgeprägt sind – und somit ein hohes Risiko bergen.

Literatur-Tipp

Vgl. zu diesem Thema sowie weiteren, daran angelehnten Themen detaillierter Fahr/Kock, Zukunftsorientiertes Controlling, NWB Verlag, Herne, 2021, 270 S., 49,90 €, ISBN 978-3-482-67721-2.

I. Wenn das Reporting nicht mit dem Unternehmen wächst – ein Beispiel

Marlene ist vor Kurzem in das von ihrem Vater gegründete Familienunternehmen eingetreten. Das Unternehmen wuchs dank seiner hochwertigen Produkte, engagierten Mitarbeitenden und einer starken Gesamtwirtschaft signifikant.

Die Unternehmenssteuerung stützt sich derzeit auf die BWA, ein einfaches Vertriebs-Reporting sowie wenige Kennzahlen wie Lagerbestand und Außenstände. Eine systematische Budgetplanung wird bislang nicht durchgeführt.

Plötzlich gerät das Unternehmen in eine Phase anhaltend negativer Monatsergebnisse, was das Liquiditätspolster erheblich schmälert. Als Ursache wird u. a. ein erheblicher Umsatzrückgang in einer wichtigen Sparte identifiziert, der zu spät erkannt wurde, sodass rechtzeitige Gegenmaßnahmen nicht erfolgen konnten. Die bestehenden Auswertungen zeigten diesen Trend entweder gar nicht oder zu spät auf. Es mangelte an Transparenz und klaren Verantwortlichkeiten; das Reporting war dem Unternehmenswachstum nicht angemessen angepasst.

Dieses Beispiel steht stellvertretend für zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die vielfach reaktiv statt proaktiv agieren. Besonders im Kontext der UnternehmensnachS. 39folge treten diese Herausforderungen häufig auf, da zahlreiche Gründer ihr Unternehmen entweder durch Verkauf oder interne Nachfolge an die nächste Generation übergeben.

Typische Problembereiche in diesem Zusammenhang sind bspw. folgende:

  • Liquiditätsengpässe durch Kapitaldienstverpflichtungen bei externer Nachfolge,

  • Unsicherheiten bei Entscheidungsfindungen infolge begrenzter Erfahrung.

II. Was ist ein Frühwarnsystem?

Ein Frühwarnsystem ist ein Controlling-Instrument, das Risiken frühzeitig erkennt, bevor sie sich auf das Ergebnis oder die Liquidität auswirken. Frühzeitig heißt, dass ausreichend zeitlicher Vorlauf besteht, um Gegenmaßnahmen einzuleiten. Es funktioniert, wie die Warnleuchten im Auto: Solange alles läuft, bleibt es im Hintergrund. Doch sobald sich eine kritische Entwicklung abzeichnet, schlägt es Alarm.

Im Zentrum stehen Kennzahlen, die regelmäßig überwacht und bewertet werden. Diese Kennzahlen können automatisiert analysiert werden – etwa durch Ampelsysteme oder Schwellenwerte. Ziel ist es, der Geschäftsführung rechtzeitig Handlungsoptionen zu eröffnen.

Ein Frühwarnsystem bringt, wie im einführenden Beispiel bereits ausgeführt, konkrete Mehrwerte für Unternehmen.

III. Die Mehrwerte für die Mandantenberatung

1. Risiken frühzeitig erkennen

Ein Frühwarnsystem verschafft Zeit ? Zeit, um

  • auf sinkende Auftragseingänge zu reagieren, bevor die Liquidität leidet,

  • alternative Finanzierungswege zu prüfen, bevor die Bank abspringt,

  • strategische Weichen zu stellen, bevor das Unternehmen vom Wettbewerb überholt wird.

Praxisbeispiel

Ein Unternehmen aus dem Maschinenbau erkennt durch die Analyse der Materialintensität, dass die Rohstoffkosten überproportional steigen. Durch frühzeitige Gespräche mit Lieferanten und eine Anpassung der Preisstrategie kann es die Marge stabilisieren.

Preis:
€15,00
Nutzungsdauer:
30 Tage

Seiten: 11
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