Vertrauen in bewegten Zeiten
Liebe Leserinnen und Leser,
Vertrauen ist ein zentrales Element des Berufsstands. Es gründet auf Unabhängigkeit, Integrität und klarer Verantwortungszuordnung und es rückt immer dann besonders in den Fokus, wenn sich fachliche Anforderungen und Marktstrukturen verändern.
Den Auftakt dieser Ausgabe bildet der zweite Teil der Beitragsreihe zu ISA [DE] 600 (Revised) unseres Herausgebers WP/StB Prof. Dr. Holger Philipps. Der Beitrag führt die systematische Aufarbeitung des Standards fort und behandelt die Anforderungen und Anwendungshinweise bis zur Wesentlichkeit. Die schrittweise Darstellung unterstützt die Umsetzung in der Konzernabschlussprüfung; der abschließende dritte Teil folgt in der nächsten Ausgabe.
Vor dem Hintergrund veränderter Marktstrukturen widmet sich der zweite Fokusbeitrag einem aktuell intensiv diskutierten Thema: Private-Equity-Beteiligungen an Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Die Stellungnahme des Vorstands der Wirtschaftsprüferkammer aus Juli 2025 hat hierfür klare Leitplanken gesetzt. Mittelbare Beteiligungen können rechtlich zulässig sein, zugleich stellt die WPK unmissverständlich klar, dass die Berufsgrundsätze, insbesondere die Unabhängigkeit, nicht zur Disposition stehen.
An diesem Spannungsfeld setzen WP Prof. Dr. Henrik Schalkowski und WP/StB Christian Rammensee-Kink ab an. Ihr Beitrag beleuchtet die ökonomischen und rechtlichen Grundlagen, ordnet den noch jungen deutschen Markt ein und zeigt auf, welche Fragen sich für Berufsgesellschaften im Vorfeld einer Beteiligung zwingend stellen. Damit bietet er eine fundierte Grundlage für eine Diskussion, die jede betroffene Praxis sorgfältig und selbstkritisch führen muss.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und viele neue Einblicke – für den Blick auf bewährte Grundsätze ebenso wie auf die aktuellen Entwicklungen im Berufsstand.
Viel Freude beim Lesen!
Herzliche Grüße
Natalie Klimsa
Fundstelle(n):
WP Praxis 2/2026 Seite 33
UAAAK-08595