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Die Corporate Alternative Minimum Tax in den USA
Unerwartete Folgen für die Investitionsanreize des One Big Beautiful Bill Act
Durch den Inflation Reduction Act (IRA) aus dem Jahr 2022 wurden in den USA die Regelungen der sog. Corporate Alternative Minimum Tax (CAMT) mit Wirkung für Steuerjahre, die nach dem beginnen, eingeführt. Die Wirkung der CAMT besteht in der Einführung einer 15 %igen Mindeststeuer, die auf Grundlage des handelsrechtlichen Gewinns (mit bestimmten Modifikationen) berechnet wird. Bereits im Zeitraum von 1986–2018 gab es in den USA eine sog. Alternative Minimum Tax (AMT) für Körperschaften, die jedoch durch den Tax Cuts and Jobs Act (TCJA) mit Wirkung ab dem abgeschafft wurde. Durch den One Big Beautiful Bill Act (OBBBA) aus dem Jahr 2025 wurden die ursprünglich befristeten Steuererleichterungen aus dem TCJA unbefristet weitergeführt, zum Teil mit Rückwirkung wieder eingeführt und neue Investitionsvergünstigungen geschaffen. Dieser Beitrag soll die Wechselwirkung zwischen dem OBBBA und den CAMT-Regelungen nach einer kurzen Darstellung der Wirkungsweise der CAMT und der relevanten Änderungen des OBBBA beleuchten und die Diskussion, die darüber in den USA entbrannt ist, darstellen.
In der Gesamtschau der Regelungen des OBBBA kann es vielfach dazu kommen, dass die bewusst gewährten Steuervergünstigungen durch die Wirkungsweise der CAMT zumindest teilweise wieder zunichte gemacht werden.
Der IRS hat bereits zu erkennen gegeben, dass mit einer Abmilderung der Wirkungen der CAMT durch Verwaltungsanweisungen gerechnet werden kann.
Die Diskussion um die CAMT und die Wirkung auf steuerliche Investitionsanreize kann mit der Diskussion auf OECD-Ebene über die Behandlung von steuerlichen Zulagen verglichen werden.