Nießbrauch, digitaler Nachlass und Nachfolgeplanung im internationalen Kontext
Die Bestellung eines Nießbrauchs an GmbH-Geschäftsanteilen kann in Form des Vorbehalts-, Zuwendungs- oder Vermächtnisnießbrauch erfolgen. Grundmotiv der Nießbrauchsbestellung am Geschäftsanteil ist regelmäßig eine flexible Zuweisung von Vermögenssubstanz auf der einen und den daraus fließenden Erträgen auf der anderen Seite. Anerkannt war schon bisher, dass die Zuwendung eines Geschäftsanteils unter Nießbrauchsvorbehalt i. d. R. nicht dazu führt, dass der Schenker als Nießbraucher wirtschaftlicher Eigentümer bleibt. Der BFH hat für ertragsteuerliche Zwecke in zwei Entscheidungen ( und ) weitere Aussagen hierzu getroffen, die hohe praktische Relevanz für die Beratungspraxis aufweisen. Dr. Hellmut Götz geht ab auf die daraus für die Einkommensteuer zu ziehenden Folgen für Vorbehalts- und Zuwendungsnießbrauch bei GmbH-Geschäftsanteilen ein.
Der digitale Nachlass gewinnt für die Praxis der Nachlassvermögensverwaltung zunehmend an Bedeutung. So liegen immer häufiger digitale Vermögenswerte vor und es kommt vermehrt auch zu einer Tokenisierung von klassischen Vermögenswerten. Der digitale Nachlass ist spannend, vielschichtig und komplex. Aus diesem Grund kann er auch mit (versteckten) Risiken einhergehen. Daher ist es wichtig, sich mit dieser Thematik zu befassen. Für die Praxis der Nachlassvermögensverwaltung gilt es sorgsam und rechtssicher mit der „Datenflut“ umzugehen. Das gelingt am besten – sofern möglich – schon durch eine vorausschauende Gestaltung mit dem späteren Erblasser. Die Entwicklung im Bereich des digitalen Nachlasses schreitet voran und bleibt zu beobachten. Den aktuellen Stand geben Christian Weiß, David Jona Meier und Albert Quehenberger ab wieder.
Ebenfalls sind bei der Vermögensnachfolge häufig internationale Aspekte zu berücksichtigen. Diese können im Rahmen der Nachfolgeplanung durch verschiedene Sachverhaltskonstellationen entstehen. Sei es durch den Wegzug potenzieller Erben in das Ausland, durch die Verlegung des Wohnsitzes des Erblassers in wärmere Gefilde oder auch durch den Aufbau eines Betriebs oder Vermögens im Ausland. Dabei können sich die internationalen Aspekte sowohl auf die aktuelle steuerliche Situation als auch auf die Nachfolgeplanung auswirken. Eine rechtzeitige Strukturierung des Vermögens kann daher nicht nur für die Optimierung der erbschaftsteuerlichen Folgen nötig sein, sondern auch die ertragsteuerliche Belastung durch die Entstehung der Wegzugs- oder Entstrickungsbesteuerung vermeiden. Akram Juja und Christian Kappelmann beschäftigen sich ab mit der Nachfolgeplanung im internationalen Kontext und beleuchten die Bedeutung der Wegzugsbesteuerung im Rahmen der Nachfolgeplanung.
Beste Grüße
Ricarda Diekamp
Fundstelle(n):
NWB-EV 9/2025 Seite 257
WAAAJ-98371