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NWB-BB Nr. 12 vom Seite 361

Kreditaufnahme: Weiterhin große Unwägbarkeiten für Kunden und Berater

Update zur Ertragsentwicklung der Kreditinstitute

Dipl.-Kfm. Carl-Dietrich Sander

„Die Ertragslage der deutschen Kreditinstitute hat sich im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr stark verbessert.“ – So beginnt der diesjährige Bericht der Bundesbank „Die Ertragslage der deutschen Kreditinstitute im Jahr 2021“. Bei diesem ersten Satz sollten Berater allerdings nicht frohgemut die Lektüre abbrechen. Denn die weiteren Details zeigen: Die grundlegenden Strukturen haben sich nicht wirklich positiv verändert und ertragsstärkende Einmaleffekte prägen das Jahr 2021. Die Aussichten für das laufende Jahr sieht die Bundesbank darüber hinaus mit großer Zurückhaltung. Für die Finanzierungsberatung lohnt sich daher auch dieses Jahr ein tieferer Blick.

Kernaussagen
  • Die Ertragsstärke von Kreditinstituten ist ein Maßstab für deren Kraft für eine aktive und risikoaufnehmende Kreditpolitik.

  • Die verbesserten Ergebnisse des Jahres 2021 der Institute wurden vor allem durch deutlich geringere Risikokosten ermöglicht.

  • Der Ausblick auf die Ertragsentwicklung der Institute im Jahr 2022 und in den folgenden Jahren zeigt leider keine wirklichen Verbesserungschancen.

  • Die Auswahl der kreditgebenden Hausbanken für die Mandanten bleibt eine wichtige Beratungsaufgabe.

I. Die Ertragsentwicklung von Banken und Sparkassen ist ein Beratungsthema

In der Finanzierungsberatung geht es auch immer um die Frage, mit welchen Finanzierungspartnern die eigenen Mandanten zusammenarbeiten. Natürlich gibt es immer eine bestehende Hausbankverbindung. Und damit stellt sich eine entscheidende Frage für die Beratung: Ist diese Hausbank so ertragsstark, dass sie eine aktive und risikobereite Kreditvergabepolitik (weiter) betreiben kann? Sollte die Antwort darauf zurückhaltend ausfallen, würden speziell die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit mittleren Bonitäten womöglich in einen Finanzierungsengpass hineinlaufen:

  • Die Hausbank ist nicht mehr bereit, weitere Finanzierungen zur Verfügung zu stellen oder

  • nur noch gegen deutlich ausgeweitete Sicherheiten und/oder

  • zu ungünstigeren Konditionen.

Damit stellt sich in der Beratung die Frage nach Finanzierungsalternativen sowohl mit Blick auf eine zweite kreditgebende Hausbankverbindung als auch mit Blick auf das Einbinden weiterer Finanzierungsdienstleister von Leasing über Factoring, Eigenkapitalgeber, Internetportale etc. Ein ausgewogener Finanzierungs-Mix wird strategisch immer wichtiger.

Literatur-Tipp

Sander, Wie Sie eine zweite Hausbank-Verbindung aufbauen – Gewappnet für neue Bankanforderungen und Basel III, NWB-BB 1/2013 S. 12, NWB IAAAE-25309

Der Blick auf die Ertragsqualität der Kreditgeber ist daher hilfreich. Die Bundesbank stellt dafür jedes Jahr in ihrem September-Monatsbericht die Durchschnittswerte der Bankengruppen zusammen und analysiert die Entwicklungen. Hierüber berichten wir in NWB-BB seit 2016 regelmäßig als Informationshintergrund für die Finanzierungsberatung: Denn nur dauerhaft ertragsstarke Banken und Sparkassen können Kreditrisiken schultern und im Zweifelsfall in der eigenen Gewinn- und Verlustrechnung „verarbeiten“ – die Bankenaufsicht spricht von der Risikotragfähigkeit von Kreditinstituten.

Literatur-Tipp

Die Entwicklungen der Kreditinstitute wurden in folgenden Beiträgen analysiert:

II. Die Besonderheiten des Berichtsjahres 2021 stimmen nachdenklich

Die positive Grundaussage zu Beginn des aktuellen Bundesbankberichts wird relativiert durch folgende weitere Kernaussagen zur Entwicklung aller Kreditinstitute in einer Summe:

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