Dokument Effektivverzinsung von Anleihen (Finanzierungsrechnung)

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WP Praxis Nr. 8 vom Seite 280

Effektivverzinsung von Anleihen (Finanzierungsrechnung)

Prof. Dr. Henner Klönne

Nach § 4 Abs. 3 WiPrPrüfV umfasst das Prüfungsgebiet „Angewandte Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre“ im WP-Examen auch den Bereich der Unternehmensfinanzierung. Unter dem Oberbegriff der Finanzierungsformen werden die Innen- und Außenfinanzierung subsummiert. Die Außenfinanzierung gliedert sich wiederum in Beteiligungs- und Fremdfinanzierung. Anleihen gehören zu den Instrumenten der (langfristigen) Fremdfinanzierung. Den Finanzierungsformen bzw. -arten wird gem. der Neufassung der Konkretisierung der § 4 WiPrPrüfV vom für das WP-Examen eine hohe Bedeutung zugeschrieben.

I. Einordnung

Bei Anleihen handelt es sich um am Kapitalmarkt emittierte Wertpapiere. Anleihen zählen zu den wesentlichen Instrumenten der langfristigen Fremdfinanzierung (Perspektive Gläubiger). Aus der Perspektive der Investoren zählen Anleihen zudem zu den wichtigsten Anlageinstrumenten im Rahmen eines strukturierten Portfolios. Die Ausgestaltung von Anleihen kann sehr unterschiedlich sein, indes weist der wertmäßig überwiegende Anteil der Anleihen eine feste Verzinsung (einen Kupon) auf.

Zur Bewertung von Anleihen wird regelmäßig auf die Effektivverzinsung zurückgegriffen. Bei der Effektivverzinsung (auch Effektivrendite) handelt es sich um die Verzinsung des jeweils gebundenen Kapitals. Grundsätzlich kann die Effektivrendite mit Hilfe der Methode des internen Zinssatzes berechnet werden. Der interne Zinssatz einer Anleihe ist definiert als derjenige Zins, bei dem der Kapitalwert genau Null beträgt.

Zudem wird für die Ermittlung der Effektivverzinsung von Anleihen regelmäßig auf Näherungsformeln zurückgegriffen. Mittels solcher Näherungsformeln werden in simpler Weise Emissions- bzw. Ankaufs- und Rückzahlungskurs sowie die (mittlere) Laufzeit mit dem Nominalzinssatz „verrechnet“. Diese vereinfachte Ermittlung der Effektivrendite ignoriert indes die zeitliche Verteilung der Zahlungen, da auf Auf- und Abzinsungen der Zahlungen verzichtet wird. Entsprechend führen die Näherungsformeln zu ungenaueren Ergebnissen als die Ermittlung eines internen Zinssatzes.

II. Aufgabenstellung

Die Failure AG benötigt dringend Fremdkapital und emittiert daher eine Anleihe zu nominell 100 Mio. €. Dabei gelten im Einzelnen folgende Konditionen:

  • Die Laufzeit beträgt 10 Jahre.

  • Der Auszahlungskurs beträgt 95 %, der Rückzahlungskurs 100 %.

  • Der Nominalzins der Anleihe lautet auf 2 %.

  • Die Emissionskosten belaufen sich auf 6 Mio. €.

Darüber hinaus entstehen der Failure AG über die Zinskosten hinaus laufende Kosten für die organisatorische Abwicklung. Diese Kosten betragen jährlich 750.000 €.

  1. Berechnen Sie näherungsweise die Effektivverzinsung aus Sicht eines Anlegers, der die Anleihe spesenfrei erwirbt. (6 Punkte)

  2. Bestimmen Sie näherungsweise die effektive Zinsbelastung für die Failure AG. (6 Punkte)

  3. Wie ändert sich die Effektivverzinsung aus der Anlegerperspektive aus Teilaufgabe a), wenn eine unendliche Laufzeit der Anleihe unterstellt wird? Bestimmen Sie die Effektivverzinsung unter der Annahme einer unendlichen Laufzeit. Kommentieren Sie Ihr Ergebnis! (8 Punkte)

  4. Nehmen Sie an, dass vier Jahre nach der Anleiheemission der Marktzins für Anleihen auf 5 % gestiegen ist. Wie hoch wird der Börsenwert der Failure-Anleihe sein? (5 Punkte)

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