Dokument ISA 315 (Revised 2019) - Ein Überblick über die Änderungen

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WP Praxis Nr. 4 vom Seite 95

ISA 315 (Revised 2019)

Ein Überblick über die Änderungen

WP/StB/CPA Dr. Richard Wittsiepe

Das IAASB hat am die endgültige Version des geänderten ISA 315 veröffentlicht. Mit der Annahme durch das Public Interest Oversight Board (PIOB) im Januar 2020 ist der Standard in Kraft getreten. Er ist verpflichtend für Jahresabschlussprüfungen anzuwenden, die nach dem beginnen. Das IAASB hat für 2020 zahlreiche Unterlagen zur Umstellung auf den Standard angekündigt.

Canipa-Valdez, ISA, infoCenter NWB PAAAE-15455

Kernaussagen
  • ISA 315 (Revised 2019) erweitert die Skalierungsmöglichkeiten des bewährten Stufenmodells zur systematischen Ermittlung von Prüfungsrisiken.

  • Die zunehmende Umstellung des stationären Handels auf Onlineplattformen findet Eingang in die Risikobeurteilung des Geschäftsmodells.

  • Die Rolle des verantwortlichen Abschlussprüfers in allen Phasen der Abschlussprüfung wird deutlich gestärkt.

I. Hintergrund

Eine vorzeitige Umstellung ist zu empfehlen und auch ohne größere Schwierigkeiten möglich, denn der geänderte ISA 315 hält an dem grundlegenden Konzept eines dynamischen Stufenmodells zur systematischen Ermittlung von Prüfungsrisiken sowie deren Bewertung und darauffolgend der Auswahl von Prüfungshandlungen fest. Er enthält keinen neuen Prüfungsansatz, sondern erweitert das Modell um Entwicklungen, die seit der letzten Version des ISA 315 aus 2013 stattgefunden haben.

Dazu zählen

  • Risiken, die sich aus dem Geschäftsmodell ergeben, insbesondere die zunehmende Umstellung des stationären Handels auf Onlinehandel und Internetplattformen,

  • der Einsatz von Standardsoftware mit deutlich gesteigerter Leistungsfähigkeit und integrierten Kontrollmechanismen, die verstärkt komplette Prozessabläufe im Unternehmen steuern und manuelle Tätigkeiten ersetzen,

  • der Einsatz von Prüfungssoftware in verschiedenen Phasen der Abschlussprüfung.

II. Erweiterung der Skalierungsoptionen

Deutlich erweitert wurden die Skalierungsmöglichkeiten durch Einführung des Konzepts einer „Less Complex Entity“, wobei es dazu keine exakte Definition gibt. Der Begriff wird mehr oder weniger umschrieben. Zu „Less Complex Entity“ werden grundsätzlich die bereits bekannten „Small Entities“ sowie die inhabergeführten Unternehmen gezählt, jedoch sind mit „Small Entities“ nicht kleine Unternehmen im Sinne des HGB gemeint, sondern Unternehmen mit einer kleinen Organisationsstruktur; dies können ausdrücklich auch PIE-Unternehmen sein. Es wird aber gleichzeitig betont, dass auch kleine Unternehmen komplex bzw. größere Unternehmen weniger komplex sein können.

Betrachtet man das Konzept der „Less Complex Entity“ aus der Sicht der systematischen Analyse von Risiken einer falschen Darstellung des zu prüfenden Jahresabschlusses, kann „Less Complex“ in diesem Zusammenhang mit dem Vorhandensein eines transparenten Geschäftsmodells umschrieben werden. Das bedeutet, aus dem Geschäftsmodell ist unmittelbar ersichtlich, was die wesentlichen Positionen und Transaktionen sowie Risiken für die Abschlussprüfung sind.

Praxishinweis

Sofern eine „Less Complex Entity“ vorhanden ist, sind zahlreiche Skalierungsoptionen möglich und eröffnen deutliche Vereinfachungen in Ablauf und Dokumentation der Abschlussprüfung unter Einhaltung sämtlicher Qualitätsanforderungen.

Für mittelständische Unternehmen mit einem Kernprodukt bzw. einer Kerndienstleistung sollte das Konzept anwendbar sein. „Less Complex Entity“ schließt aber nicht aus, dass keine Prüffelder mit Risiken vorhanden sind, z. B. bei langfristiger Fertigung oder Ertragsabgrenzungen bei komplexen Softwareverträgen. Die „signifikaten“ Risikosituationen der Stufe 5 gelten auch für eine „Less Complex Entity“ und können dort gegeben sein. Aufgrund des Geschäftsmodells sind diese aber offensichtlich.S. 96

III. Komplexität des Standards durch Einbezug neuer Entwicklungen

Vergleicht man den Umfang des ISA 315 Revised 2019 mit der Vorgängerversion aus 2013, ergibt sich folgendes Bild:

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