BewG § 125

Zweiter Teil: Besondere Bewertungsvorschriften

Dritter Abschnitt: Vorschriften für die Bewertung von Vermögen in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet [1]

A. Land- und forstwirtschaftliches Vermögen [2]

§ 125 Land- und forstwirtschaftliches Vermögen [3] [4]

(1) Einheitswerte, die für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft nach den Wertverhältnissen vom 1. Januar 1935 festgestellt worden sind, werden ab dem 1. Januar 1991 nicht mehr angewendet.

(2) 1Anstelle der Einheitswerte für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft werden abweichend von § 19 Abs. 1 Ersatzwirtschaftswerte für das in Absatz 3 bezeichnete Vermögen ermittelt und ab 1. Januar 1991 der Besteuerung zugrunde gelegt. 2Der Bildung des Ersatzwirtschaftswerts ist abweichend von § 2 und § 34 Abs. 1, 3 bis 6 und 7 eine Nutzungseinheit zugrunde zu legen, in die alle von derselben Person (Nutzer) regelmäßig selbst genutzten Wirtschaftsgüter des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens im Sinne des § 33 Abs. 2 einbezogen werden, auch wenn der Nutzer nicht Eigentümer ist. 3§ 26 ist sinngemäß anzuwenden. 4Grundbesitz im Sinne des § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 und Satz 2 des Grundsteuergesetzes wird bei der Bildung des Ersatzwirtschaftswerts nicht berücksichtigt.

(3) 1Zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen gehören abweichend von § 33 Abs. 2 nicht die Wohngebäude einschließlich des dazugehörigen Grund und Bodens. 2Wohngrundstücke sind dem Grundvermögen zuzurechnen und nach den dafür geltenden Vorschriften zu bewerten.

(4) 1Der Ersatzwirtschaftswert wird unter sinngemäßer Anwendung der §§ 35, 36, 38, 40, 42 bis 45, 50 bis 54, 56, 59, 60 Abs. 2 und § 62 in einem vereinfachten Verfahren ermittelt. 2Bei dem Vergleich der Ertragsbedingungen sind abweichend von § 38 Abs. 2 Nr. 1 ausschließlich die in der Gegend als regelmäßig anzusehenden Verhältnisse zugrunde zu legen.

(5) Für die Ermittlung des Ersatzwirtschaftswerts sind die Wertverhältnisse maßgebend, die bei der Hauptfeststellung der Einheitswerte des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens in der Bundesrepublik Deutschland auf den 1. Januar 1964 zugrunde gelegt worden sind.

(6) 1Aus den Vergleichszahlen der Nutzungen und Nutzungsteile, ausgenommen die forstwirtschaftliche Nutzung und die sonstige land- und forstwirtschaftliche Nutzung, werden unter Anwendung der Ertragswerte des § 40 die Ersatzvergleichswerte als Bestandteile des Ersatzwirtschaftswerts ermittelt. 2Für die Nutzungen und Nutzungsteile gelten die folgenden Vergleichszahlen:

  1. Landwirtschaftliche Nutzung

    1. Landwirtschaftliche Nutzung ohne Hopfen und Spargel
      Die landwirtschaftliche Vergleichszahl in 100 je Hektar errechnet sich auf der Grundlage der Ergebnisse der Bodenschätzung unter Berücksichtigung weiterer natürlicher und wirtschaftlicher Ertragsbedingungen.

    2. Hopfen

      Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Hopfenbau-Vergleichszahl je Ar.....
      40
    3. Spargel

      Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Spargelbau-Vergleichszahl je Ar.....
      70
  2. Weinbauliche Nutzung

    Weinbau-Vergleichszahlen je Ar:

    1. Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Traubenerzeugung (Nichtausbau).....
      22
    2. Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Fassweinausbau...............................
      25
    3. Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Flaschenweinausbau.........................
      30
  3. Gärtnerische Nutzung

    Gartenbau-Vergleichszahlen je Ar:

    1. Nutzungsteil Gemüse-, Blumen- und Zierpflanzenbau:

      aa) Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Gemüsebau......................................
       50
      bb) Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Blumen- und Zierpflanzenbau..........
      100
    2. Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Nutzungsteil Obstbau.......................
      50
    3. Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Nutzungsteil Baumschulen...............
      60
    4. Für Nutzungsflächen unter Glas und Kunststoffplatten, ausgenommen Niederglas, erhöhen sich die vorstehenden Vergleichszahlen bei

      aa)

      Gemüsebau

      Tabelle in neuem Fenster öffnen
      nicht heizbar....................................
      um das 6fache,
      heizbar.............................................
      um das 8fache,
      bb)

      Blumen- und Zierpflanzenbau, Baumschulen

      Tabelle in neuem Fenster öffnen
      nicht heizbar....................................
      um das 4fache,
      heizbar.............................................
      um das 8fache.

(7) Für die folgenden Nutzungen werden unmittelbar Ersatzvergleichswerte angesetzt:

  1. Forstwirtschaftliche Nutzung

    Der Ersatzvergleichswert beträgt 125 Deutsche Mark je Hektar.

  2. Sonstige land- und forstwirtschaftliche Nutzung

    Der Ersatzvergleichswert beträgt bei

    1. Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Binnenfischerei................................
      2 Deutsche Mark je kg des nachhaltigen Jahresfangs,
    2. Teichwirtschaft

      aa) Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Forellenteichwirtschaft...................
      20 000 Deutsche Mark je Hektar,
      bb) Tabelle in neuem Fenster öffnen
      übrige Teichwirtschaft....................
      1 000 Deutsche Mark je Hektar,
    3. Fischzucht für Binnenfischerei und Teichwirtschaft

      aa) Tabelle in neuem Fenster öffnen
      für Forellenteichwirtschaft..............
      30 000 Deutsche Mark je Hektar,
      bb) Tabelle in neuem Fenster öffnen
      für übrige Binnenfischerei und Teichwirtschaft...............................
      1 500 Deutsche Mark je Hektar,
    4. Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Imkerei............................................
      10 Deutsche Mark je Bienenkasten,
    5. Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Wanderschäferei.............................
      20 Deutsche Mark je Mutterschaf,
    6. Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Saatzucht.........................................
      15 Prozent der nachhaltigen Jahreseinnahmen,
    7. Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Weihnachtsbaumkultur....................
      3 000 Deutsche Mark je Hektar,
    8. Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Pilzanbau.........................................
      25 Deutsche Mark je Quadratmeter,
    9. Tabelle in neuem Fenster öffnen
      Besamungsstationen.........................
      20 Prozent der nachhaltigen Jahreseinnahmen.

Fundstelle(n):
zur Änderungsdokumentation
[KAAAA-73784]

1Anm. d. Red.: Überschrift i. d. F. des Gesetzes v. 20. 12. 1996 (BGBl I S. 2049) mit Wirkung v. 28. 12. 1996.

2Anm. d. Red.: Überschrift eingefügt gem. Gesetz v. 29. 10. 1997 (BGBl I S. 2590) mit Wirkung v. 1. 11. 1997.

3Anm. d. Red.: § 125 Abs. 2 und 4 i. d. F. des Gesetzes v. 20. 12. 2001 (BGBl I S. 3794) mit Wirkung v. 23. 12. 2001; Abs. 7 i. d. F. des Gesetzes v. 13. 12. 2006 (BGBl I S. 2878) mit Wirkung v. 1. 1. 2007.

4Anm. d. Red.: Zur Anwendung des § 125 siehe § 205 Abs. 2.

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