NWB-EV Nr. 5 vom 02.05.2019 Seite 149

Spenden und Stiften – Nachhaltig Gutes tun

Beate A. Blechschmidt | Verantw. Redakteurin | nwb-ev-redaktion@nwb.de

Die Spendenbereitschaft in Deutschland ist seit Jahren fast ungebrochen hoch. Dies zeigt auch die Studie „Bilanz des Helfens 2019“ des deutschen Spendenrats e. V. So wurden im letzten Jahr rund 5,3 Mrd. Euro an gemeinnützige Organisationen, Hilfs- sowie Wohltätigkeitsorganisationen und Kirchen gespendet. Dabei entfällt der mit Abstand größte Anteil auf die Humanitäre Hilfe, aber auch Tierschutz und Umwelt- bzw. Naturschutz werden bedacht. Mit Erfolg: So pflegen Stiftungen rund 154.000 Hektar Naturschutzflächen. Dies entspricht fünfmal der Fläche von München (Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen).

In der Studie des deutschen Spendenrats e. V. werden dabei Spenden über 2.500 Euro nicht berücksichtigt. Jetzt könnte man sagen, dass diese Studie damit eigentlich nicht den Bereich abdeckt, mit dem sich steuerliche und rechtliche Berater für ihre Mandanten beschäftigen, wenn es um den Wunsch geht, mit Geld etwas Gutes zu tun. Doch an dieser Erhebung lässt sich meines Erachten im Zeitablauf ganz gut das ablesen, was oft nur ein Gefühl ist: die Zahl der Spender wird zwar weniger, aber die, die spenden, spenden mehr als in den Vorjahren.

So gibt es seit vielen Jahren eine stetig wachsende Zahl an Menschen, die nicht (mehr) nur hin und wieder einen kleineren Betrag einer gemeinnützigen Organisation zuwenden wollen, sondern die sich entscheiden, auch mittlere bis größere Summen gemeinnützigen Zwecken zu widmen. Unabhängig davon, ob dies unter Lebenden oder erst von Todes wegen geschehen soll, stellt sich hierbei immer die Frage, wie die ausgewählten gemeinnützigen Zwecke möglichst effektiv und nachhaltig unterstützt werden können. Ein weiterer wesentlicher Wunsch, so Dr. Jasper von Hoerner in seinem Beitrag ab der , ist für viele Spender die konkrete Verwendung ihrer Zuwendung zumindest in einem gewissen Rahmen auch dann beeinflussen zu können, wenn es nicht um die ganz großen Vermögen geht oder auch eine Stückelung in mittlere Beträge gewünscht ist, um unterschiedliche gemeinnützige Zwecke verwirklichen zu können.

Dr. Jasper von Hoerner zeigt auf, warum die Rechtsform Stiftung eine interessante Option für eine dauerhafte und nachhaltige Verwirklichung gemeinnütziger Zwecke darstellt – nicht nur als dauerhafter Mittelgeber, sondern auch als verlässlicher Gesellschafter zur Sicherstellung der Wertekonzepte sozial oder allgemein gemeinnützig orientierter gewerblicher Unternehmen. Er rückt aber auch Unternehmensgründungen in den Blickpunkt, die unmittelbar gemeinnützige Zwecke zum Inhalt haben. Mit der Verankerung nachhaltiger Konzepte durch „Social Entrepreneurship“, um die erzielten Erfolge insgesamt und nicht nur Erträge gemeinnützigen Zwecken zugutekommen zu lassen, werden Wege abseits der rein finanziellen Förderung gemeinnütziger Zwecke und auch abseits der Rechtsform Stiftung entwickelt.

Beste Grüße

Beate Blechschmidt

Fundstelle(n):
NWB-EV 5/2019 Seite 149
NWB UAAAH-12793

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