Dokument Finanzgericht Düsseldorf , Urteil v. 12.12.2018 - 4 K 108/18 F

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Finanzgericht Düsseldorf  Urteil v. - 4 K 108/18 F

Gesetze: BewG § 11 Abs. 2 Satz 1; BewG § 11 Abs. 2 Satz 2; BewG § 11 Abs. 2 Satz 4; BewG § 97 Abs. 1b Satz 4; BewG § 151 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3; BewG § 199 Abs. 1; BewG § 200; BewG § 201 Abs. 2 Satz 1; ErbStG § 12 Abs. 2

Bewertung von Anteilen an Kapitalgesellschaften: Vereinfachtes Ertragswertverfahren – Offensichtlich unzutreffendes Ergebnis – Berücksichtigung von Sondergewinnbezugsrechten – Beachtung des Stichtagsprinzips bei Unternehmensbewertung nach IDW S1

Leitsatz

  1. Die Anwendung des vereinfachten Ertragswertverfahren für die Bewertung von Anteilen an einer als Vermögensverwalter tätigen Kapitalgesellschaft führt nicht bereits dann zu offensichtlich unzutreffenden Ergebnissen, wenn zwar mit dem zukünftigen Auslaufen einer bedeutenden institutionellen Kundenbeziehung objektiv als Tatsache zu rechnen ist, gleichwohl aber wegen der Möglichkeit der Gewinnung vergleichbarer Folgemandate nach den Verhältnissen des Bewertungsstichtags nicht offensichtlich ist, dass deshalb in Zukunft ein erheblich niedrigerer Ertrag zu erwarten ist.

  2. Allein das Erreichen eines Lebensalters von 64 Jahren rechtfertigt am Bewertungsstichtag nicht die hinreichend konkretisierte Erwartung des alsbaldigen Ausscheidens eines Gründungsgesellschafters aus der Geschäftsführung.

  3. Sondergewinnbezugsrechte anderer Gesellschafter sind auch bei Anwendung des vereinfachten Ertragswertverfahren durch einen entsprechenden Abschlag auf den grundsätzlich nach dem Verhältnis der Geschäftsanteile bemessenen Gewinnanteil eines hierdurch belasteten Gesellschafters zu berücksichtigen.

  4. Das Stichtagsprinzip ist auch bei der Unternehmensbewertung nach IDW S1 zu beachten.

Fundstelle(n):
WAAAH-06632

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