Dokument Erweiterter Anwendungsbereich der Realteilung - Nachteile der zwangsweisen Buchwertfortführung und erfolgversprechende Vermeidungsstrategien

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NWB Nr. 8 vom 19.02.2018 Seite 504

Erweiterter Anwendungsbereich der Realteilung

Nachteile der zwangsweisen Buchwertfortführung und erfolgversprechende Vermeidungsstrategien

Bernhard Paus

Neue Rechtsprechung des BFH (Urteil v. 16.3.2017 - IV R 31/14 FAAAG-48085 und v. 30.3.2017 - IV R 11/15 LAAAG-48083) hat den Anwendungsbereich der – grds. erfolgsneutralen – Realteilung erneut ausgedehnt, entgegen den Verwaltungsanweisungen (BMF, Schreiben v. 20.12.2016, BStBl 2017 I S. 36), aber in Übereinstimmung mit dem Wortlaut des Gesetzes und vermutlich auch den Vorstellungen des Gesetzgebers. In der Mehrzahl der Fälle gehen die Beteiligten zu Recht davon aus, die Buchwertfortführung stelle eine vorteilhafte Vergünstigung dar. Genauere Kontrollrechnungen zeigen jedoch in einer überraschend hohen Zahl von Sonderfällen, dass ein Fortführen der – zwangsläufig später zu versteuernden – stillen Reserven nicht immer die günstigste Gestaltung darstellt, oft wegen des Verzichts auf die infrage kommenden Freibeträge und Tarifermäßigungen und die zu gewinnenden, höheren Abschreibungen. Probleme erwachsen, wenn die Vorteilhaftigkeit einerseits der Buchwertfortführung, andererseits der sofortigen Versteuerung der stillen Reserven für verschiedene Gesellschafter der – aufgelösten oder fortbestehenden – Personengesellschaft unterschiedlich aussieht. Völlig ungeklärt ist die steuerliche Beurteilung etwaiger (meist implizit vereinbarter) Ausgleichszahlungen sowohl für die Übernahme sofortiger steuerlicher Belastungen (im Interesse der zu gewinnenden steuerlichen Vorteile für andere Gesellschafter) als auch für die Verlagerung stiller Reserven und die damit verbundenen latenten Steuerschulden. Der folgende Beitrag untersucht, welche Fallgruppen nach der neuen Rechtsprechung als Realteilung zu behandeln sind, unter welchen Voraussetzungen die für diesen Fall zwingend vorgeschriebene Buchwertfortführung nicht die optimale Lösung darstellt und wie sich ggf. die Auseinandersetzung der Gesellschaft bzw. das Ausscheiden eines Gesellschafters nicht als Realteilung, sondern als tarifbegünstigte Betriebsaufgabe darstellen lässt, in Sonderfällen auch als Ausscheiden gegen Sachwertabfindung und damit als Verkauf des Mitunternehmeranteils.

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