Dokument Bilanzielle Behandlung der Schlusszahlung im Rahmen eines Medienfonds

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StuB 23/2017 S. 926

Bilanzielle Behandlung der Schlusszahlung im Rahmen eines Medienfonds

(1) Eine Abschlusszahlung im Rahmen eines Medienfonds, die nicht als Restwertgarantie anzusehen ist, sondern bei der es sich um eine Gegenleistung für die mit dem Vertriebsvertrag vereinbarte Nutzungsüberlassung am Film als einem Dauerschuldverhältnis handelt und auf die ein hinreichend sicherer Anspruch besteht, ist gem. nrkr. Urteil des FG München vom 17.6.2016 - 1 K 266/12 MAAAF-87103 (BFH-Az.: IV R 37/16; EFG 2016 S. 2038) mit dem Barwert zu aktivieren und über die Laufzeit der Nutzungsüberlassung ratierlich als Ertrag zu erfassen. (2) Der Lizenzvertrag bildet einen Vertrag eigener Art, der je nach Ausgestaltung Elemente des Kauf-, Miet- und/oder Gesellschaftsvertrags oder aber des Pachtvertrags enthält. Ob ein Kaufvertrag oder ein Lizenzvertrag vorliegt, richtet sich nach dem Gesamtinhalt der Vereinbarung. (3) Für die bilanzielle Behandlung des Lizenzvertrags ist von Bedeutung, ob die Einräumung des Nutzungsrechts zeitlich befristet oder auf Dauer erfolgt bzw. ob nach Ablauf des Lizenzvertrags noch Verwertungsmöglichkeiten von wirtschaftlicher Relevanz verbleiben. (4) Dauerschuldverhältnisse führen zu einer zeitproportionalen Gewinnrealisierung, weil die zeitraumbezogene Leistung sich in jedem Augenblick des Vertragszeitraums konkretisiert, unabhängig von gesetzlich oder vertraglich bestimmten Abrechnungszeiträumen für die Gegenleistung. (5) Die Besteuerung knüpft an den tatsächlich verwirklichten Sachverhalt an, nicht aber an Rechtsansichten des Stpfl., und erfolgt materiell-rechtlich ohne Rücksicht auf deren Vertretbarkeit oder Verschulden des Stpfl. (Bezug: § 4 Abs. 1, § 5 Abs. 1 EStG; § 240 Abs. 2, § 242 Abs. 1, § 246 Abs. 1, § 251 Abs. 1 Nr. 4, § 251 Abs. 1 Nr. 5, § 266 Abs. 2 HGB).

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