Kommentar zu § 9 - Bewertungsgrundsatz, gemeiner
	 Wert
Jahrgang 2017
Auflage 5
ISBN der gedruckten Version: 978-3-482-51685-6

Onlinebuch Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Bewertungsgesetz - Kommentar

Dokumentvorschau

Viskorf, Schuck, Wälzholz - Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Bewertungsgesetz - Kommentar Online

§ 9 Bewertungsgrundsatz, gemeiner Wert

Hermann-Ulrich Viskorf (Oktober 2017)

1. Maßstäbe der Bewertung

1Bei der Bewertung gilt es, für Wirtschaftsgüter, die nicht in Geld bestehen oder auf Geld lauten, einen Geldwert zu ermitteln. Dazu muss vorab bestimmt sein, welche Wertvorstellung eines gedachten Erwerbers maßgeblich sein soll. Das Bewertungs­gesetz unterscheidet nach dem unterschiedlichen Blickwinkel eines solchen Erwerbers drei Bewertungsmaßstäbe, wobei der Maßstab des Teilwerts keine Bedeutung mehr hat:

  • Gemeiner Wert (§ 9 BewG); maßgebend ist hier die Wertvorstellung des Erwerbers, der das einzelne Wirtschaftsgut im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erwirbt;

  • Teilwert (§ 10 BewG); maßgebend ist hier die Wertvorstellung des Erwerbers eines ganzen Unternehmens, der den Betrieb fortführen will; der „Steuerbilanzwert“ bedeutet keinen weiteren Bewertungsmaßstab, sondern die pragmatische, gleichwohl sachlich nicht zu rechtfertigende Anknüpfung an externe Werte;

  • Ertragswert (§ 36 Abs. 2 und § 163 Abs. 1 Satz 1 BewG); maßgebend ist hier die Wertvorstellung des Erwerbers (eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs), der allein auf die Erträge (Reinertragsfähigkeit) abstellt.

2. Gemeiner Wert (§ 9 Abs. 1 BewG)

2Der gemeine Wert – oder ...

Erwerben Sie das Dokument, um den gesamten Inhalt lesen zu können.
notification message Rückgängig machen