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Online-Nachricht - Montag, 12.10.2009

Hundesteuer | Nur die betrieblich notwendige Hundehaltung ist steuerfrei (VG)

Nur Hunde, deren Haltung zur Einkommenserzielung für einen Betrieb notwendig ist, unterfallen nicht der Steuerpflicht (VG Trier, Urteil v. - 2 K 327/09.TR).


Hintergrund: Der Entscheidung lag die Klage eines Landwirts zugrunde, der auf seiner Hofstelle einen Schäferhund hält. Zur Begründung seines Begehrens führte der Kläger aus, die Haltung des Hundes diene ausschließlich dem Betrieb der Landwirtschaft. Er werde zur Bewachung der Hofstelle und zur Betreibung der aus derzeit 13 Tieren bestehenden Galloway-Rinderzucht benötigt. Die Tiere seien auf den Weiden freilaufend und im Vergleich zu Milchvieh lebhaft bis aggressiv. Von daher benötige er den Hund beim Betreten der Weiden zur Verrichtung der erforderlichen Arbeiten, wie bspw. Fütterung und Setzen von Ohrmarken. Der Hund treibe heran preschende und angreifende Tiere zurück und helfe bei der Absonderung einzelner Tiere. Damit erfülle der Hund eine auf die Wildrindhaltung ausgerichtete Schutzfunktion.

Hierzu führte das Gericht weiter aus: Das Merkmal der Notwendigkeit der Hundehaltung ist im Streitfall nicht erfüllt, da die Rinderzucht des Klägers auch ohne die Haltung eines Hundes betrieben werden kann. So bedarf es zur Bewachung einer Herde, die sich in eingezäunten Weiden aufhält, nicht zwingend eines Hundes. Auch dass der Hund dem Schutz des Klägers bei Verrichtung der für die Rinderhaltung erforderlichen Arbeiten dient, führt nicht zur betrieblichen Notwendigkeit für dessen Haltung, sondern begründet lediglich deren Nützlichkeit. Es besteht nämlich auch die Möglichkeit, Einzelboxen und Fanggatter einzusetzen, sodass eine Rinderzucht mit einem Bestand von 13 Galloway-Rindern durchaus auch ohne Haltung eines Hundes vorstellbar ist. Soweit die Haltung des Hundes auch der Bewachung der nur am Wochenende bewohnten Hofstelle dient, ist diesem Umstand durch die Gewährung der insoweit vorgesehenen Steuerermäßigung Rechnung getragen.

Anmerkung: Gegen die Entscheidung können die Beteiligten innerhalb eines Monats die Zulassung der Berufung beantragen.

Quelle: VG Trier, Pressemitteilung Nr. 19/2009

 

Fundstelle(n):
DAAAF-13353