Dokument FG des Landes Sachsen-Anhalt v. 25.09.2014 - 6 K 1326/11

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FG des Landes Sachsen-Anhalt  v. - 6 K 1326/11

Gesetze: EStG § 4 Abs. 4, EStG § 7 Abs. 4, EStG § 7 Abs. 1, EStG § 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 2, HGB § 255 Abs. 2

Berücksichtigung von Bauaufwendungen einer zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis

als nachträgliche Herstellungskosten oder als sofort abziehbare Betriebsausgaben

in Zusammenhang mit dem Umbau von Praxis und Labor auf fremdem Grund und Boden

Leitsatz

1. Wird das im Eigentum der Gesellschafter einer zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis stehende Gebäude, welches im Erdgeschoss der Zahnarztpraxis und im Obergeschoss Wohnzwecken der Gesellschafter dient, umgebaut, indem das innerhäusliche Treppenhaus für die Praxis verwendet wird, ein betrieblich genutztes Nebengebäude sowie eine Außentreppe zur Erreichbarkeit der Wohnräume errichtet werden und somit Praxis- und Wohnräume voneinander abgeschlossen sind, bedingen die Baumaßnahmen eine Erweiterung der Praxis- und Laborräume und deren wesentlich verbesserte Nutzbarkeit, so dass die Bauaufwendungen nicht als sofort abziehbare Sonderbetriebsausgaben, sondern gem. § 255 Abs. 2 HGB als nachträgliche Herstellungskosten zu beurteilen und im Sonderbetriebsvermögen der Gemeinschaftspraxis abzuschreiben sind, soweit sie den betrieblichen Teil des Gebäudes betreffen.

2. Für die Frage, ob durch die Vergrößerung der Nutzfläche der Praxisräume eine Erweiterung vorliegt und damit die Baukosten gem. § 255 Abs. 2 HGB als Herstellungskosten zu beurteilen sind, ist bei unterschiedlich genutzten Gebäudeteilen, nicht auf die Grundfläche des Hauses, sondern auf den jeweiligen – aufgrund des unterschiedlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhangs einen ein eigenständiges Wirtschaftsgut bildenden – Gebäudeteil abzustellen.

Fundstelle(n):
[GAAAE-86859]

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