BBK Nr. 24 vom 21.12.2012 Seite 1105

MicroBilG senkt Aussagekraft des elektronischen Bundesanzeigers

Christoph Linkemann | verantw. Redakteur | bbk-redaktion@nwb.de

Bilanzreform bei Kleinstkapitalgesellschaften

[i]Bundestag stimmt dem MicroBilG zu Der Bundestag hat wie erwartet Ende November dem MicroBilG genannten Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzrechtsänderungsgesetz zugestimmt. Damit schafft der Gesetzgeber neben den seit 1985 gültigen drei Größenklassen eine vierte für die kleinsten Unternehmen. Für die Inanspruchnahme der Erleichterungen bei Aufstellung und Offenlegung des Jahresabschlusses dürfen an zwei aufeinander folgenden Stichtagen zwei der drei neuen Schwellenwerte nicht überschritten werden: 350.000 ? Bilanzsumme, 700.000 ? Umsatzerlöse und zehn Arbeitnehmer.

Die kleinsten [i]Theile/Weiß, Das Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzrechtsänderungsgesetz (MicroBilG), BBK 17/2012 S. 786 [JAAAE-16121] Kapitalgesellschaften brauchen nur eine vereinfachte Bilanz und eine verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung aufzustellen, und der Anhang kann bis auf einige wenige Zusatzangaben entfallen. Die Offenlegung im elektronischen Bundesanzeiger entfällt. Interessierte Dritte könnten immerhin eine kostenpflichtige Kopie der Bilanz erhalten.

Was ist das Ergebnis? Die Aussagekraft des elektronischen Bundesanzeigers sinkt. Und zwar in einem Ausmaß, das mit Fug und Recht als dramatisch bezeichnet werden darf. Denn mehr als 80 % der abgerufenen Jahresabschlüsse betreffen nach einer Mitteilung des Bundesanzeigers die kleinsten Kapitalgesellschaften. Durchschnittlich 60.000 Abschlüsse werden pro Tag abgerufen. Mit dem MicroBilG entfällt das wichtigste Instrument, um sich einen ersten Überblick über einen (potenziellen) Geschäftspartner zu verschaffen, ausgerechnet für die Unternehmen, deren Anteil an den Insolvenzen naturgemäß am größten ist, weil kleine GmbH oder GmbH & Co. KG häufig unterkapitalisiert sind. Kennzahlen lassen sich praktisch nicht mehr berechnen. Prof. Dr. Carsten Theile und Prof. Dr. Bernd Weiß haben die Auswirkungen in BBK 17 vorgestellt. Im neuen Jahr werden wir das Thema noch einmal ausführlich aufgreifen.

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Redaktion und Verlag wünschen Ihnen schöne Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Beste Grüße

Christoph Linkemann

Fundstelle(n):
BBK 2012 Seite 1105
[EAAAE-25225]

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