IWB Nr. 1 vom Seite 1

„Mit Optimismus voran!”

Thorsten Kunde | Verantw. Redakteur | iwb-redaktion@nwb.de

Durchwachsene Zahlen – trübe Aussichten

Die Wirtschafts- und [i]Weltwirtschaft zwischen Hoffen und Bangen Finanzkrise geht in ein weiteres Jahr, das es in sich haben dürfte. Wirtschaft und Finanzmärkte hängen zum Jahresauftakt zwischen Hoffen und Bangen. Der Euroraum steht 2012 vor wichtigen Entscheidungen und, wie man so leicht sagt, großen Herausforderungen. Es könnte beileibe nicht nur in Europa eng werden – auch Chinas Immobilienmarkt droht eine drastische Abkühlung. Platzt im Land der Morgenröte eine Immobilienblase, ist die globale Rezession das wahrscheinlichere Szenario als Licht am Ende des Tunnels.

Während Deutschlands Wirtschaft [i]In dieser Ausgabe: Steuerliche Behandlung der Arbeitseinkünfte von Grenzpendlern und Expatriatesauf ein sehr erfolgreiches Jahr und die höchsten Beschäftigungszahlen seit der Wiedervereinigung zurückblickt, ist die schon zuvor hohe Arbeitslosigkeit in Südeuropa abermals gestiegen. Der Kontrast im Großen findet seine Entsprechung auf der Mikroebene: Einerseits ist Arbeit in Deutschland für viele junge Bürger der krisengeschüttelten EU-Staaten attraktiv. Andererseits zieht es viele, gerade die gut ausgebildeten Menschen, zumindest auf Zeit, fort aus Deutschland. Gegenstand des Beitrags von Kölbl ist deshalb die „Internationale Mitarbeiterbesteuerung”. Diese steht dazu oft im Fokus finanzbehördlicher Untersuchungen – nicht zuletzt, weil sowohl der Entsende- als auch der Arbeitsstättenstaat das nationale Steueraufkommen sichern wollen.

Zu einem Paukenschlag könnte [i]Steht die freie grenzüberschreitende Sitzverlegung in der EU vor der Tür?2012 auch der EuGH ausholen. Nutzt er die Rechtssache Vale Épitési kft. (C-378/10), um die „Identitätswahrende Sitzverlegung von Gesellschaften in der EU” ohne Liquidation und Aufdeckung stiller Reserven zu ermöglichen und Lücken seiner Cartesio-Entscheidung zu schließen? Prof. Dr. Thömmes sieht dies kommen; er stellt die Schlussanträge des Generalanwalts dar und legt den Finger in die Wunde fehlender EU-einheitlicher und nationaler gesetzlicher Regelungen, wie Zuzugsstaaten mit einer echten Freizügigkeit von Kapitalgesellschaften umgehen sollen.

Noch ein Hinweis: Das Bundesfinanzministerium [i]Finaler neuer Umwandlungssteuererlass des BMF liegt vor hat am das neue Schreiben zur Anwendung des Umwandlungssteuergesetzes in der Fassung des SEStEG veröffentlicht (s. in dieser IWB auf Seite 2 und den Volltext in der NWB Datenbank unter NWB FAAAD-97991).

Während Gesetzgeber, Gerichte und Finanzverwaltung versuchen, die Dinge im Lot zu halten, schwankt der Boden der steuerlichen Gestaltung und Planung mit den Finanzmärkten. Werfen Sie mit uns gemeinsam den Blick unverklärt voraus! Nicht sorglos, aber trotz aller Bedenken besser mit optimistischer Grundhaltung.

Beste Grüße

Thorsten Kunde

Fundstelle(n):
IWB 1 / 2012 Seite 1
NWB BAAAD-99274