StuB Nr. 1 vom 14.01.2011 Seite 1

Vergleich HGB und IFRS

Dipl.-Ök. Patrick Zugehör | Verantw. Redakteur | stub-redaktion@nwb.de

Leasingbilanzierung – Umbruch nach IFRS

Der Vergleich ausgewählter Normen des HGB und der IFRS hat nach dem BilMoG an Relevanz gewonnen. Obgleich die zunächst vorgesehenen IFRS-Annäherungen letztlich nicht gänzlich Eingang in das deutsche Bilanzrecht gefunden haben, ist zu fragen, ob und inwieweit im Fall von Regelungslücken bzw. Auslegungsfragen auf die einschlägigen Vorgaben der IFRS abgestellt werden kann. Claßen/Schulz gehen ab S. 3 der Frage nach, inwieweit den IFRS im komplexen Problembereich der Leasingbilanzierung eine „Vorbildfunktion„ zukommen könnte. Während die Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach den handelsrechtlichen GoB durch die Einführung des § 246 Abs. 1 Satz 2 HGB im Zuge des BilMoG gestärkt wurde, steht die Leasingbilanzierung nach IFRS vor einem Paradigmenwechsel. Nach jahrzehntelanger Kritik soll IAS 17 nunmehr durch einen neuen Leasingstandard ersetzt werden. Ein diesbezüglicher Exposure Draft (ED/2010/9) liegt seit August 2010 vor und steht derzeitig zur Diskussion offen.

Komponentenabschreibung

Durch das BilMoG wurde das Wahlrecht zum Ansatz von Aufwandsrückstellungen abgeschafft. Damit wird eine Annäherung zu den IFRS geschaffen und gleichzeitig ein Instrument zur Bilanzgestaltung und Ergebnisglättung beseitigt, welches auch deshalb beliebt war, weil nach altem Recht das Stetigkeitsgebot bei der Ausübung von Ansatzwahlrechten keine Anwendung fand. Als möglicher teilweiser Ausgleich für die Abschaffung von Aufwandsrückstellungen kann allerdings der Komponentenansatz nach dem Grundmuster des IAS 16 angesehen werden. Hierzu wurde vom IDW am der IDW Rechnungslegungshinweis „Handelsrechtliche Zulässigkeit einer komponentenweisen planmäßigen Abschreibung von Sachanlagen„ (IDW RH HFA 1.016) verabschiedet. Damit soll (in bestimmten Fällen) eine verursachungsgerechtere Verteilung des Aufwands auf mehrere Perioden weiterhin gewährleistet bleiben. Keller/Gütlbauer stellen ab S. 11 den Komponentenansatz nach den Regelungen des IDW RH HFA 1.016 dar.

JStG 2010

Am hat der Bundesrat dem JStG 2010 zugestimmt. Das Gesetz enthält zahlreiche Änderungen in verschiedenen Einzelsteuergesetzen. Die wichtigsten unternehmensrelevanten Maßnahmen werden im Beitrag von Seifert/Krain ab S. 21 dargestellt und einer ersten Bewertung unterzogen. Den Schwerpunkt dieses Beitrags bilden die wesentlichen Neuerungen im Ertragsteuer- und Verfahrensrecht. Das JStG 2010 hat die im ursprünglichen Regierungsentwurf enthaltenen Änderungen einzelner Vorschriften weitgehend beibehalten. Hinzugekommen sind jedoch weitere Anpassungen, die insbesondere der Umsetzung oder Vermeidung von Auswirkungen höchstrichterlicher Rechtsprechung geschuldet sind. Beispiele dafür sind die Wiedereinführung des Abzugs von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer und die nachträgliche Normierung der Steuerpflicht von Erstattungszinsen.

Beste Grüße

Patrick Zugehör

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StuB 1/2011 Seite 1
NWB IAAAD-62018

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