Dokument Herstellungskosten (HGB, EStG)

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infoCenter (Stand: November 2020)

Herstellungskosten (HGB, EStG)

Dr. Harald Schmidt

1. Begriff

Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die entstehen

durch

(1)

den Verbrauch von Gütern und

(2)

die Inanspruchnahme von Diensten

für

I.

die Herstellung eines Vermögensgegenstands,

II.

die Erweiterung eines Vermögensgegenstands oder

III.

eine wesentliche Verbesserung eines Vermögensgegenstands, die über seinen ursprünglichen Zustand hinausgeht (§ 255 Abs. 2 Satz 1 HGB).

Durch die Herstellungsmittel (1) und (2) entsteht also das Herstellungsergebnis I, II oder III.

Der Bewertungsmaßstab für die Herstellungskosten bezieht sich nur auf Vermögensgegenstände und findet daher keine Anwendung auf Rechnungsabgrenzungsposten, latente Steuern und Schulden.

Dieser handelsrechtliche Begriff der Herstellungskosten gilt auch für die Steuerbilanz.

2. Herstellung

Herstellung bezieht sich auf einen bisher nicht oder nicht so vorhandenen Vermögensgegenstand. Der Vermögensgegenstand wird vom Kaufmann entweder

  • neu hergestellt, oder

  • gegenüber dem bisherigen Zustand erweitert oder

  • wesentlich verbessert.

Herstellung ist ein Kombinationsprozess von Produktionsfaktoren, der auf die Schaffung, die Erweiterung oder die wesentliche Verbesserung des zu bewertenden Vermögensgegenstandes gerichtet ist.

Unmittelbar der Herstellung dienende Vorbereitungshandlungen gehören zum Herstellungsvorgang, soweit der betreffende Vermögensgegenstand bis zur Beendigung der Aufstellung des Jahresabschlusses hinreichend konkretisiert ist, z. B. durch externe Aufträge oder betriebsinterne Vorgaben. Konkretisiert sich der Vermögensgegenstand erst nach der Beendigung der Aufstellung des Abschlusses, können vor dem Abschlussstichtag angefallene Aufwendungen für Vorbereitungshandlungen, die aufwandswirksam erfasst worden sind, in einem späteren Abschluss nicht mehr nachaktiviert werden.

Der Herstellungszeitraum endet mit der Fertigstellung des Vermögensgegenstandes, wenn die Möglichkeit besteht, dass er bestimmungsgemäß verwendet werden kann (IDW RS HFA 31 Rz. 7 bis 12; die Regelungen der Neufassung von RS HFA 31 gelten für die Aufstellung von Abschlüssen für Berichtsperioden, die nach dem beginnen; eine frühere Anwendung ist jedoch zulässig, wenn die Neufassungen vollständig beachtet werden).

Führen Aufwendungen bei einem Vermögensgegenstand/Wirtschaftsgut dazu, dass seine Substanz erweitert wird oder eine wesentliche Verbesserung über den ursprünglichen Zustand hinaus eintritt, sind die Aufwendungen als Herstellungskosten zu aktivieren (§ 255 Abs. 2 Satz 1 HGB).

Wird hingegen lediglich die Substanz oder die Verwendungs- oder Nutzungsmöglichkeit erhalten oder wiederhergestellt, handelt es sich um sofort abzuziehende Erhaltungsaufwendungen.

3. Aktivierungspflicht

3.1. Einzelkosten der Herstellung

Einzelkosten sind die dem hergestellten Vermögensgegenstand unmittelbar zurechenbaren Kosten. Unmittelbar bedeutet, dass ein eindeutiger und nachweisbarer quantitativer Zusammenhang zwischen dem hergestellten Vermögensgegenstand und dem durch seine Herstellung entstandenen Verbrauch an Gütern, Leistungen und Diensten besteht. Einzelkosten der Herstellung sind als Herstellungskosten aktivierungspflichtig. Dazu gehören

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