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OFD München - S 2337

§ 3 EStG Steuerliche Behandlung der Aufwandsentschädigung für Jagdberater ab 2002

Nach Art. 49 Abs. 3 BayJG sind zur laufenden sachverständigen Beratung der Jagdbehörden nach Anhörung des Jagdbeirats ehrenamtliche Berater (Jagdberater) zu bestellen. Die Jagdberater sind gem. § 30 AVBayJG nicht Angehörige der Jagdbehörden. Der Jagdberater erhält gem. § 30 Abs. 4 Satz 1 AVBayJG Reisekosten und gem. § 49 Abs. 3 Satz 4 BayJG i. V. mit § 30 Abs. 4 Satz 2 AVBayJG zur Abgeltung der sonstigen mit seinem Amt verbundenen Aufwendungen und des Zeitaufwands eine monatliche Aufwandsentschädigung, die von der Jagdbehörde, die ihn bestellt hat, innerhalb der vorgegebenen Rahmensätze festgesetzt wird. Nach § 8 der Verordnung zur Anpassung von Verordnungen an den Euro im Geschäftsbereich des Bayer. Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten v. , GVBl S. 177 betragen die Rahmensätze


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für Jagdberater der unteren Jagdbehörde zwischen
50 € und 150 €
für Jagdberater der höheren Jagdbehörde zwischen
100 € und 250 €
für Jagdberater der obersten Jagdbehörde zwischen
200 € und 400 €

Die ehrenamtlichen Jagdberater sind steuerrechtlich keine AN, so dass ein LSt-Abzug nicht vorzunehmen ist. Die Entschädigungen sind in voller Höhe im Rahmen der ESt-Veranlagung zu erklären, wobei das FA die entsprechenden Steuerbefreiungen zu berücksichtigen hat. Ob und in welcher Höhe sich für den Jagdberater aus seiner ehrenamtlichen Tätigkeit eine Steuerschuld ergibt, hängt auch von den persönlichen Einkommensverhältnissen des Jagdberaters ab.

Bei der im Rahmen der ESt-Veranlagung vom FA durchzuführenden Prüfung bleiben die Reisekosten nach Maßgabe des § 3 Nr. 13 EStG steuerfrei, wobei die stl. Verpflegungssätze zu beachten sind. Für den übersteigenden Betrag und für die Aufwandsentschädigung richtet sich die stl. Beurteilung nach § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG i. V. mit R 13 Satz 2 Nr. 2 LStR 2002. Sind - wie bei den Jagdberatern - die Anspruchsberechtigten und der Betrag oder auch ein Höchstbetrag der aus einer öffentlichen Kasse gewährten Aufwandsentschädigung durch Gesetz oder Rechtsverordnung bestimmt, so ist die Aufwandsentschädigung bei ehrenamtlich tätigen Personen in Höhe von ⅓ der gewährten Aufwandsentschädigung, mindestens 154 € monatlich steuerfrei. Aufwandsentschädigungen für mehrere Tätigkeiten bei einer Körperschaft sind gegebenenfalls zusammenzurechnen. Soweit die Entschädigungen nicht steuerfrei sind, bleibt es dem Jagdberater unbenommen, einen höheren stl. anzuerkennenden Aufwand geltend zu machen. Soweit ein höherer stl. anzuerkennender Aufwand zu berücksichtigen ist, sind die gesamten Aufwendungen dem FA gegenüber im Einzelnen darzulegen.

Inhaltlich gleichlautend
OFD München v. - S 2337
OFD Nürnberg v. - S 2337

Fundstelle(n):
RAAAA-84520