Ermittlung des Gewerbeertrags (§ 7 Gewerbesteuergesetz) bei der gewinnerhöhenden Hinzurechnung eines Investitionsabzugsbetrags gemäß § 7g Einkommensteuergesetz nach Eintritt der Gewerbesteuerpflicht
Nach § 7g Absatz 1 Satz 1 EStG können Steuerpflichtige unter den Voraussetzungen des § 7g Absatz 1 Satz 2 und 4 EStG für die künftige Anschaffung oder Herstellung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsguts des Anlagevermögens bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd abziehen (Investitionsabzugsbetrag). Im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung des begünstigten Wirtschaftsguts ist der für dieses Wirtschaftsgut in Anspruch genommene Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 40 Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten gewinnerhöhend hinzuzurechnen; die Hinzurechnung darf den nach § 7g Absatz 1 EStG abgezogenen Betrag nicht übersteigen (§ 7g Absatz 2 Satz 1 EStG). Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts können im Jahr der Investition um bis zu 40 Prozent, höchstens jedoch um die vorgenommene Hinzurechnung nach § 7g Absatz 2 Satz 1 EStG, gewinnmindernd herabgesetzt werden; die Bemessungsgrundlage für die Absetzung für Abnutzung, erhöhte Absetzung und Sonderabschreibung sowie die Anschaffungs- oder Herstellungskosten im Sinne von § 6 Absatz 2 und 2a EStG verringern sich entsprechend. Zu dieser Regelung gilt gewerbesteuerlich Folgendes:
Ein bereits vor der Betriebseröffnung (= Beginn der Gewerbesteuerpflicht) gewinnmindernd in Anspruch genommener Investitionsabzugsbetrag wirkt sich gewerbesteuerlich nicht aus. Die gewinnerhöhende Hinzurechnung eines Investitionsabzugsbetrags nach der Betriebseröffnung unterliegt jedoch der Gewerbesteuer. Im Hinblick auf den Sinn und Zweck des § 7g EStG wird zur Vermeidung von Härten die gewinnerhöhende Hinzurechnung eines Investitionsabzugsbetrags auf Antrag aus Billigkeitsgründen nach § 163 AO nicht in den Gewerbeertrag einbezogen, soweit die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags den Gewerbeertrag nicht gemindert hat.
Diese Erlasse [1] sind in allen noch nicht bestandskräftigen Fällen anzuwenden. Sie ergehen im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen.
Inhaltlich gleichlautend
Gleich lautender
Ländererlass v.
Finanzministerium
Baden-Württemberg v. - 3
-G 1498/1
Bayerisches Staatsministerium der
Finanzen v. - 33-G
1498-007-51126/10
Senatsverwaltung für Finanzen
Berlin v. - III A
-G 1498-2/2010
Ministerium der Finanzen des Landes
Brandenburg v. - 35
-G 1421 -4/01
Die Senatorin für Finanzen der Freien
Hansestadt Bremen v. - G
1498 - 323
Finanzbehörde der Freien und Hansestadt
Hamburg v. - 53
-G 1498 - 004/09
Hessisches Ministerium der
Finanzen v. - G
1421 A - 044 - II42
Finanzministerium
Mecklenburg-Vorpommern v. - IV 302
-G 1421 - 2010/001 - 001
Niedersächsisches
Finanzministerium v. - G
1421 - 38 - 31 1
Finanzministerium des Landes
Nordrhein-Westfalen v. - G
1498 - 4 - V B 4
Ministerium der Finanzen
Rheinland-Pfalz v. - G
1421 A - 10-001
Ministerium der Finanzen des
Saarlandes v. - B/3
-G 1498-1#001
Sächsisches Staatsministerium der
Finanzen v. - 33
-G 1400-2/55-58620
Ministerium der Finanzen des Landes
Sachsen-Anhalt v. - 43
-G 1498 - 5
Finanzministerium des Landes
Schleswig-Holstein v. - VI 3010
-G 1421 - 039
Thüringer Finanzministerium v. - G
1498 A - 2 -
204
Auf diese Anweisung wird Bezug genommen in folgenden Verwaltungsanweisungen:
Fundstelle(n):
BStBl 2011 I Seite 152
IAAAD-61020
1Erlasse = gleich lautender Ländererlass.