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Rückstellungen im Blickpunkt
I. Einführung
Die Rückstellungsbilanzierung ist schon seit langer Zeit ein Diskursfeld von Theorie und Praxis. Sowohl die Regelungen im Handelsrecht als auch die nach IAS 37, obwohl beide schon mit Patina belegt, werden in der Praxis ausgiebig diskutiert. Es wäre zu vermuten, dass das Schrifttum bereits jede Facette betrachtet und jeden Sachverhalt subsumiert hat, jedoch scheint sich die dem Thema inhärente Unsicherheit auch auf die Anwendung der Regelungen selbst auszuwirken. Die Geschichte des IAS 37 in seiner jetzigen Fassung ist daher nicht auserzählt. Dass daran ein mögliches Amendment etwas ändert, ist zweifelhaft. Bisher scheinen die Änderungsvorschläge eher kosmetischer, bestenfalls klarstellender Natur. An einer fundamentalen Neuordnung hat sich der IASB vor mehr als 15 Jahren versucht, jedoch die Ziellinie nicht erreicht.
Im Mittelpunkt der Diskussion, das hat auch die Befassung des IFRS IC mit dem Thema gezeigt, steht die Frage nach der Verortung der Ursache (obligating event) sowie der Unentziehbarkeit. Die Regelungen des IAS 37 sind keineswegs eindeutig in der Anwendung. Auch wenn die Regelungen hinlänglich oft wiedergegeben wurden, lässt es sich der Autor ni...