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Substanz oder Steuervorteil? – Die „Tiger Global“-Entscheidung
Der Oberste Gerichtshof Indiens hat am in der Rechtssache „Tiger Global International Holdings“ grundlegende Maßstäbe für die steuerrechtliche Anerkennung internationaler Unternehmensstrukturen gesetzt (Supreme Court of India, Urteil v. - Civil Appeal No. 262, 263 and 264 of 2026). Im Mittelpunkt des Verfahrens stand die Frage, ob mauritische Investmentfonds beim indirekten Verkauf indischer Beteiligungen Vorteile aus dem indisch-mauritischen DBA in Anspruch nehmen können oder ob Indien ungeachtet dieses Abkommens ein eigenständiges Besteuerungsrecht zusteht. Die Entscheidung dürfte internationale Beachtung finden, da sie die Grenzen zulässiger steuerlicher Gestaltungen über grenzüberschreitende Holding- und Conduit-Strukturen konturiert.
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I. Hintergrund
Ausländische Investitionen in Indien wurden traditionell über die sog. Mauritius Route strukturiert, da das DBA Indien-Mauritius eine vollständige Steuerbefreiung ermöglichte: Kapitalgewinne waren nach mauritischem Recht steuerfrei und unterlagen aufgrund der abkommensrechtlichen Zuweisung des Besteuerungsrechts auch in Indien nicht der...