Dokument Behandlung nachträglicher Schuldzinsen - Überblick über die neuere BFH-Rechtsprechung und die in diesem Zusammenhang ergangenen BMF-Schreiben

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NWB Nr. 1 vom 04.01.2016 Seite 20

Behandlung nachträglicher Schuldzinsen

Überblick über die neuere BFH-Rechtsprechung und die in diesem Zusammenhang ergangenen BMF-Schreiben

Martin Engelberth

Jahrzehntelang war höchstrichterlich geklärt und durch die Verwaltung akzeptiert, in welchem Umfang ein Abzug nachträglicher Betriebsausgaben oder Werbungskosten möglich ist. Im Wesentlichen ging es hierbei um die steuerliche Behandlung sog. nachträglicher Schuldzinsen, also Aufwendungen, die nach Veräußerung der Einkunftsquelle (z. B. Betrieb, Mietwohngrundstück) anfallen. Durch die Verbreiterung der einkommensteuerlichen Bemessungsgrundlagen, namentlich die Verlängerung der Veräußerungsfrist bei privaten Veräußerungsgeschäften hinsichtlich Grundstücken auf zehn Jahre und die Herabsetzung der Wesentlichkeitsgrenze des § 17 EStG von 25 % auf 10 % und anschließend auf 1 % hat beim BFH ein Umdenken stattgefunden. Bisher unterlagen nachträgliche Schuldzinsen bei der Veräußerung von Einkunftsquellen des steuerlichen Privatvermögens, also insbesondere Vermietungsobjekte oder Beteiligungen an Kapitalgesellschaften, einem Abzugsverbot. Erstmals mit Urteil vom 16. 3. 2010 - VIII R 20/08 (BStBl 2010 II S. 787) hat der BFH diesem Grundsatz widersprochen und die Behandlung nachträglicher Schuldzinsen den Regelungen zum Abzug solcher Aufwendungen im Bereich des Betriebsvermögens angeglichen. Insbesondere bei der Veräußerung von Beteiligungen an Kapitalgesellschaften ergeben sich nun im Zusammenspiel mit den Neuregelungen zur Abgeltungsteuer interessante Rechtsfragen. Zwar hat sich der BFH auch diesbezüglich bereits positioniert. Offenbar besteht hinsichtlich dieser Rechtsprechung – wie die aktuelle Diskussion beweist – jedoch ein weiter Interpretationsrahmen. Nicht weniger spannend ist die Situation hinsichtlich nachträglicher Schuldzinsen im Bereich der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Mit immerhin drei Schreiben innerhalb von gut zwei Jahren hetzte das BMF der geänderten Rechtsprechung des BFH hinterher, dies zuletzt mit BMF-Schreiben vom 27. 7. 2015 (BStBl 2015 I S. 581).

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