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StuB Nr. 11 vom 11.06.2010 Seite 409

Liquidationsbesteuerung

WP/StB Prof. Dr. Wolf-Dieter Hoffmann

Durch die Wiedervereinigung musste eine Fülle von vermögensrechtlichen Ansprüchen im Zusammenhang mit Grundbesitz in den Beitrittsländern geregelt werden. Diese Ansprüche waren häufig Kapitalgesellschaften zuzurechnen, die längst im Handelsregister gelöscht waren. Diesen Gesellschaften wurde in Gestalt einer sog. Nachtragsliquidation eine Wiedergeburt als „i. L.” zuteil. Ihr einziger Geschäftszweck bestand und besteht in der Realisierung der genannten Ansprüche. Deren Gegner war ursprünglich die Treuhandanstalt und dann deren Nachfolgerin in Gestalt der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben. Häufig kam es dabei statt zur Restituierung von Grundbesitz zu einer Entschädigung in Höhe des Verkehrswerts dieser Grundstücke. Über die Bewertung entstand regelmäßig Streit. Die Verhandlungen mit den Anspruchsgegnern und die sich häufig anschließenden Gerichtsverfahren erstreckten sich naturgemäß über einen langen Zeitraum, der durchaus 15 Jahre und mehr betragen konnte und kann.

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