Dokument Barausgleich des Stillhalters bei Optionsgeschäften - Berücksichtigung als Verlust bei den Einkünften aus Kapitalvermögen

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NWB Nr. 17 vom 24.04.2017 Seite 1286

Barausgleich des Stillhalters bei Optionsgeschäften

Berücksichtigung als Verlust bei den Einkünften aus Kapitalvermögen

Dieter Steinhauff

Die Besteuerung des Stillhalters von nicht gewerblichen Optionsgeschäften wird seit langem in Rechtsprechung, Schrifttum und Finanzverwaltung unterschiedlich beurteilt. Im Vordergrund steht die Frage, ob und ggf. in welcher Weise Verluste des Stillhalters im Falle der Optionsausübung in der Form des Barausgleichs steuerlich zu berücksichtigen sind. Vor Ergehen des UntStRefG 2008 vom 14.8.2007 (BGBl 2007 I S. 1912) hat der BFH zwar eine Verrechnung des dem Stillhalter durch einen Barausgleich im Basisgeschäft entstehenden Verlusts als Werbungskosten entsprechend der von ihm entwickelten Trennungstheorie ausgeschlossen. Indes rechnete der BFH einen solchen Verlust nach Aufnahme der Termingeschäfte in § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG a. F. durch das StEntlG 1999/2000/2002 vom 24.3.1999 (BGBl 1999 I S. 402) nicht mehr zur nicht steuerbaren Vermögensebene; denn unter das Termingeschäft fällt auch der Barausgleich, so dass der Verlust im Rahmen der Einkunftsart des § 22 Nr. 2 EStG i. V. mit § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG a. F. steuerlich berücksichtigungsfähig wurde. Ein Verlustausgleich ist allerdings nur nach § 23 Abs. 3 Satz 7 und 9 EStG a. F. zulässig, also mit Einkünften i. S. von § 23 EStG sowie Einkünften aus Kapitalvermögen nach § 20 Abs. 2 EStG, hingegen nicht mit positiven Einkünften aus Kapitalvermögen nach § 20 Abs. 1 EStG. Wie der BFH mit Urteil vom 20.10.2016 - VIII R 55/13 (BStBl 2017 II S. 264) nunmehr klargestellt hat, sind – entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung – unter der Geltung der Abgeltungsteuer ab dem Veranlagungszeitraum 2009 derartige Verluste aus Termingeschäften nach § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a EStG steuerlich berücksichtigungsfähig und dürfen auch mit positiven Kapitaleinkünften i. S. von § 20 Abs. 1 EStG verrechnet werden. Die Verlustverrechnung wird weder durch die besonderen Voraussetzungen in § 20 Abs. 6 EStG noch durch das Werbungskostenabzugsverbot in § 20 Abs. 9 EStG gehindert. Anders als das Finanzgericht in der Vorinstanz meinte, kann der Verlust hingegen – mangels planwidriger Regelungslücke – nicht analog § 20 Abs. 1 Nr. 11 EStG mit der Stillhalterprämie verrechnet werden.

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