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StBMag Nr. 11 vom Seite 46

Der Fluch des schlechten Rufs

Die Steuerberatung leidet unter Fachkräftemangel – Umschulungen von Kräften aus anderen Bereichen sollen Abhilfe schaffen, das ist aber für beide Seiten nicht einfach

Autorin: Swende Stratmann, Lesezeit: 9 Min.

S. 47

Viele Steuerberater hatten noch nie Mitarbeiter, die auf den Beruf des Steuerfachangestellten umgeschult haben – und sie wollen auch gar keine. Denn Umschüler haben einen schlechten Ruf. Der ist zum Teil gerechtfertigt.

Cordula Schneider sagt: „Meine beste Mitarbeiterin war Friseurin.“ Die Kanzleiberaterin und Steuerberaterin, die 15 Jahre lang eine eigene Kanzlei geleitet hat, erinnert sich noch genau an die Bewerbung der Frau. „Sie war damals schon fast 50 Jahre alt und wollte bei uns eine Umschulung zur Steuerfachangestellten machen. Aber meine damaligen Partner in der Kanzlei waren zunächst skeptisch.“ Cordula Schneider entschied trotzdem, die Friseurin einzustellen – und bereute es nicht. Die Frau lernte schnell, fand sich gut in ihre neue Aufgabe ein und leistete später als Steuerfachangestellte hervorragende Arbeit.

Schneiders ehemalige Partner sind keine Ausnahme. Viele Steuerberater begegnen Bewerbern, die sich zu Steuerfachangestellten umschulen lassen wollen, mit Skepsis. Denn Umschüler genießen in Steuerberaterkreisen keinen guten Ruf. Hauptgrund dafür ist das schlechte Image vieler Umschulungen, die Abendschulen und andere externe Bildu...