PiR Nr. 5 vom Seite 1

Nachhaltigkeit für alle – Unternehmen sehen grün

Jens Freiberg | Herausgeber | pir-redaktion@nwb.de

Am 21. April hat die Europäische Kommission den Richtlinien-Entwurf zur Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), der bis Juni 2022 finalisiert werden soll, zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung veröffentlicht. Der Kommissionsvorschlag umfasst – mit einem ambitionierten Zeitplan für eine Erstanwendung ab dem Geschäftsjahr 2023 – die folgenden Eckpunkte: Der Anwendungsbereich soll künftig alle großen Unternehmen umfassen. Allein in Deutschland wird der Kreis der Berichtspflichtigen von 500 kapitalmarktorientierten auf ca. 15.000 Unternehmen ausgeweitet. Der Nachhaltigkeitsbericht wird ein Pflichtbestandteil des Lageberichts und ist mindestens mit „limited assurance“ prüfungspflichtig. Die Nachhaltigkeitsinformationen sind auch elektronisch zu veröffentlichen, eine Anleitung zum tagging erfolgt über einen delegierten Rechtsakt. Nach dem Kommissionsvorschlag soll innerhalb der EU ein eigener Weg gegangen werden, der Regulierungsrahmen soll nicht aus der Hand gegeben werden. Das Mandat zur Entwicklung von Berichtsanforderungen geht wohl an EFRAG, eine Einbindung des noch zu gründenden Sustainability Reporting Standards Board (SSB) ist nicht vorgesehen.

Der Beitrag von Scheid/Baumüller zur Standardisierung der nichtfinanziellen Berichterstattung widmet sich dem Wettstreit über die (Deutungs-)Hoheit in Entwicklung von Standards. Die IFRS Foundation plant die Etablierung des SSB als gleichrangiges Gremium zum IASB mit dem Auftrag der Entwicklung internationaler Standards für die nichtfinanzielle Berichterstattung. Mit dem Vorstoß der Europäischen Kommission sind Konflikte zu erwarten.

In der externen Unternehmensberichterstattung haben alternative Leistungskennzahlen, also Alternative Performance Measures (APMs) weiterhin eine hohe Bedeutung. Als Folge der fehlenden Standardisierung kann eine Kennzahl entscheidungsnützliche Informationen liefern, aber Adressaten auch in die Irre führen. Schildhauer/Needham/Müller untersuchen die Verwendung von APMs der DAX-30 Unternehmen und stellen eine hohe Divergenz in der Anwendung und Berichterstattung fest.

Der Beitrag von Hinzmann/Kleinmanns widmet sich einer Bilanzierungsfrage: Wie sind Optionen auf Anteile als Folge einer M&A-Transaktion zu bilanzieren? Nach Auffassung der Autoren ist insbesondere die Erfüllung der Eigenschaften eines derivativen Finanzinstruments beachtlich.

Auch unter IFRS Aktuell steht mit einer Analyse des IVSC-Papiers zur Wertrelevanz von ESG-Faktoren die grüne Berichterstattung im Vordergrund. Selbstverständlich stehen Ihnen auch mit unserer Mai Ausgabe die gewohnten Rubriken zur Verfügung.

Viel Freude bei der Lektüre, herzlichst Ihr

Jens Freiberg

Fundstelle(n):
PiR 5/2021 Seite 1
NWB WAAAH-77845

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