Dokument Realisierung eines Auflösungsverlusts nach § 17 Abs. 4 EStG - Roma locuta, causa finita?

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NWB Nr. 10 vom 05.03.2018 Seite 634

Realisierung eines Auflösungsverlusts nach § 17 Abs. 4 EStG

Roma locuta, causa finita?

André Deutschländer

Die Frage nach dem maßgeblichen Realisationszeitpunkt in Fällen von Liquidationsverlusten (insolvenzfreie Liquidation) und insolvenzbedingten Auflösungsverlusten nach § 17 Abs. 4 EStG beschäftigt die Rechtsprechung, die Literatur wie auch die Finanzverwaltung seit nunmehr über 30 Jahren. Für den BFH allerdings scheint die Frage nach dem Zeitpunkt der Berücksichtigung bzw. des Ansatzes eines Liquidations- bzw. Auflösungsverlusts nach § 17 Abs. 4 EStG längst geklärt zu sein. Sein Beschluss v. 3.5.2016 - IX B 14/16 NAAAF-75054, in dem er auf seine bisherige Rechtsprechung der vergangenen Jahrzehnte verweist, lässt jedenfalls keinen anderen Schluss zu. Doch das derzeit beim BFH unter dem Az. IX R 38/16 anhängige Revisionsverfahren sowie ein weiteres, bereits abgeschlossenes Verfahren (vgl. BFH-Beschluss v. 1.8.2017 - IX B 26/17 EAAAG-55063) bringen die Diskussion betreffend die Realisierung eines Auflösungsverlusts i. S. des § 17 Abs. 4 EStG abermals ins Rollen. Dabei geht es in dem Verfahren IX R 38/16 um die Frage, ob für die Realisation eines Auflösungsverlusts nach § 17 Abs. 4 Satz 1 und 2 EStG i. V. mit § 17 Abs. 2 Satz 1 EStG (Umkehrschluss) – hier bedingt durch eine insolvenzfreie Liquidation – weiterhin an der Voraussetzung der zivilrechtlichen Auflösung einer Kapitalgesellschaft (vgl. § 60 GmbHG; § 262 AktG) festzuhalten ist, wenn bereits im Zeitpunkt des (später mangels Masse abgelehnten) Antrags auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Vermögenslosigkeit der Gesellschaft feststand und zum damaligen Zeitpunkt schon nicht mehr mit der Auskehrung von Vermögen zu rechnen war. Der nachfolgende Beitrag setzt sich kritisch mit der bisherigen Rechtsprechung des BFH auseinander und richtet zugleich seinen Blick auf die Zukunft, in der – nicht zuletzt auch durch das jüngst ergangene BFH-Urteil v. 11.7.2017 - IX R 36/15 VAAAG-58248 (veröffentlicht am 27.9.2017), welches maßgeblich den steuerlichen Abzug von Gesellschafter-Finanzierungshilfen für die Zukunft einschränkt – eine modifizierte BFH-Rechtsprechung zur Bestimmung des maßgeblichen Realisationszeitpunkts nach § 17 Abs. 4 EStG unausweichlich zu sein scheint.

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