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NWB Sanieren Nr. 3 vom Seite 69

Strategische Restrukturierung und Sanierung

Ruth Sterzinger | Redakteurin | nwb-sanieren-redaktion@nwb.de

In dieser Ausgabe widmen wir uns dem Aufbau und der Prüfung von Geschäftsmodellen aus unterschiedlichen Perspektiven: Den Anfang macht Prof. Dr. Michael Währisch mit seinem Beitrag „Der Aufbau einer integrierten Unternehmensplanung“ ab , in dem er Fälle von steuerlich begründeten vorinsolvenzlichen Sanierungen in den Fokus stellt. Insbesondere die sorgfältige Planung der zukünftigen Steuerzahlungen in enger Abstimmung mit den steuerlichen Beratern des Unternehmens sind ein Schlüssel, diese spezifische Krisensituation zu bewältigen. Die Betriebswirtschaft hat zu diesem Zweck mit der integrierten Unternehmensplanung eine Methodik bereitgestellt, die die vielfachen Konsequenzen für die Erfolgs-, Liquiditäts- und die Verschuldungs- bzw. Eigenkapitalsituation des Unternehmens transparent macht.

Daniel Emmrich und Anna-Katharina Waldner arbeiten in ihrem Beitrag „Strategische Restrukturierung und Sanierung“ ab heraus, dass überalterte Geschäftsmodelle als wesentliche Krisenursache auszumachen sind, wie die Überalterung zustande kommt und welche wesentlichen Elemente der Neuausrichtung des Geschäftsmodells in der Krise gelten können.

Der Beitrag von Dr. Sebastian Bartel ab „Unternehmensresilienz, vielleicht die effizienteste Risikovorsorge für Unternehmer!“ untersucht, wie eine Stakeholderkrise entsteht, wer die relevanten Stakeholder eigentlich sind und wie man eine Krise umschiffen kann: Unternehmen können ihre internen Annahmen, ihre Art der Zusammenarbeit und ihre Kommunikation anpassen, um mit Komplexität besser umgehen zu können, d. h. wettbewerbsfähig zu bleiben bzw. wieder zu werden. Auch er stellt also das Geschäftsmodell auf den Prüfstand.

Warum sind Storno- und Reklamationsquoten als „Frühwarnindikatoren“ wichtig?, fragt Jörgen Erichsen in seinem Beitrag ab und erklärt, dass beide Kennzahlen wichtige Indikatoren sind, um mögliche strukturelle Probleme sowohl im Vertrieb, bei der (Produkt-)Qualität, der Kundenzufriedenheit und den Prozessen frühzeitig erkennen zu können. Zwar gibt es auch Stornierungen aufgrund gravierender Qualitätsmängel. Sie kommen aber weniger häufig vor. Steigende Reklamationsquoten sind hingegen zunächst oft unspezifisch und können zahlreiche Ursachen haben, etwa Qualitätsmängel, schlechte Liefertermintreue oder unfreundliche Mitarbeiter. Dem gilt es nachzugehen, um Krisensituationen zu vermeiden!

Den Abschluss dieser Ausgabe bilden die Ausführungen von Prof. Dr. Ralf Jahn zum Thema „Standortfördergesetz passiert Bundestag und Bundesrat“ ab . Dieses Gesetz soll private Investitionen und den Finanzstandort Deutschland fördern – vor allem kleine Unternehmen und Start-ups sollen davon profitieren. Nach all den Insolvenzen also eine gute Nachricht, die hoffen lässt für die Zukunft!

Mit besten Grüßen,

Ruth Sterzinger

Fundstelle(n):
NWB Sanieren 3/2026 Seite 69
CAAAK-11847